Tesla Model S mit Eiswürfelkühlung bricht Rekord beim Pikes Peak

Unter Auto-Enthusiasten ist das Bergrennen „Pikes Peak“ eine echte Institution. In kürzester Zeit wird da so manches Fahrzeug oder Motorrad die 19,99 Kilometer lange Strecke hochgeprügelt. Die Besten bewältigen die 156 Kurven in unter zehn Minuten.

Seit einiger Zeit sind auch Elektroautos für das Rennen zugelassen und so konnte im vergangenen Jahr erstmals ein solches Fahrzeug das Rennen gewinnen (in 9:07.222 Minuten). Bei dem Fahrzeug handelte es sich allerdings um einen Rennwagen (eO PP03), der nicht für die Straße zugelassen ist.

Elektroserienfahrzeuge sind bei dem Rennen bislang eher durch technische Probleme aufgefallen und weniger durch gute Rennzeiten. Nun wurde die Strecke von einem Tesla Model S P90D in 11:48 Minuten zurückgelegt. Ein neuer Rekord im Bereich der Elektroserienfahrzeuge.

Um eine Überhitzung der Akkus zu verhindern wurde allerdings zum Teil auf eher rustikale Methoden gesetzt. Zum Einsatz kamen mit Eiswürfeln gefüllte Plastiktüten, die unter das Fahrzeug gelegt wurden. Verrückte neue Welt.

/via Golem

#teslatour – Nachtrag: Die ZEIT zu Superchargern

Unser Fazit zu den Superchargern war eindeutig:

Tesla hat in der gleichen Zeit einfach Fakten geschaffen und die größte Angst des Elektropioniers für ihre Kunden gestrichen: Die Angst vor fehlender Reichweite gibt es mit Tesla nicht mehr. Die Fahrer von Renault Zoe, Nissan Leaf, BMW i3 und allen anderen Elektroautos dürfen erstmal weiter zittern.

Ähnliches schreibt heute auch ZEIT Online in einem lesenswerten Artikel:

Die Amerikaner von Tesla Motors zeigen mit ihrer „Just do it“-Mentalität, was möglich ist. Was bleibt, ist ein Fragezeichen. Heute fahren nur gut 3.000 Model S durch die Republik, insgesamt sind weniger als 50.000 Autos mit Stecker zugelassen. Um die an den Autobahnen erforderlichen Energiemengen umzusetzen, sind wahrscheinlich Hunderttausende der aufwendigen Schnellladepunkte notwendig. Oder es schlägt doch die Stunde der Elektroautos mit Brennstoffzelle. Deren Tank ist in spätestens drei Minuten gefüllt – eine Lösung mit Komfort.

#teslatour – Rückgabe und Supercharger

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Gestern vormittag haben wir also „unser“ Model S zurück zur Teslastation.de gebracht – auch eine Gelegenheit, auf der Fahrt nach Collenberg nochmal ausführlich Revue passieren zu lassen: Ziemlich genau 2200 Kilometer sind wir in den letzten 5 Tagen vollelektrisch durch Deutschland gefahren. Das ist natürlich nur zum Teil der großen Reichweite des Tesla Model S zu verdanken, an der das kalte Wetter auch seine Spuren hinterlässt. Ohne das Supercharger-Netzwerk an den deutschen Autobahnen entlang wäre diese Tour nicht in den 5 Tagen, die wir uns genommen haben, zu machen. Warum das so ist und was das Supercharger-Netzwerk von der restlichen Lade-Infrastruktur in Deutschland unterscheidet, wollen wir uns noch etwas genauer ansehen. Dabei kann es mitunter etwas technisch werden, es lohnt sich aber, die Hintergründe zu verstehen:

1. Die Stromstärke

Das Tesla Model S hat eine Ladekapazität von 85 kWh, was mehr als 4 mal so viel ist, wie bei allen vergleichbaren Elektroautos auf dem deutschen Markt. Der BMW i3 hat nur 18,8 kWh aufzuweisen, der VW e-Golf immerhin 24,2 kWh. Aus der großen Kapazität des Tesla ergibt sich daher vor allem eines: Es braucht sehr hohe Stromstärken, um die Akkus in vertretbarer Zeit aufzufüllen. Aus diesem Grund laden die Supercharger mit, je nach Füllstand des Akkus, bis zu 135 kW. Zum Vergleich: Die üblichen Typ 2-Ladestationen in Deutschland bringen es gerade mal auf 22 oder gar nur 11 kW, eine Haushaltssteckdose erlaubt noch etwa 3kW. Nur die eher seltenene CHAdeMO- und CCS-Lader für Mitsubishi, Nissan oder BMW kommen immerhin auf 50 kW.

Mit den 135 kW kann man das Model S dann in nur 30 Minuten auf 80% Ladestand bringen, wenn man es komplett leer gefahren hat. Unsere Erfahrung war, dass man oft sogar noch weniger Zeit braucht. Man kommt selten nahezu leer am Supercharger an und benötigt selten wirklich 100% Ladestand. Für uns waren es zumeist ein kurzer Besuch der Örtlichkeiten im nahe gelegenen Rasthof und schon konnten wir weiter fahren. Somit braucht man faktisch nicht länger, sondern oft sogar kürzer als mit einem Verbrenner zu warten – denn im Unterschied zu diesem kann ein Model S alleine tanken.

2. Die Platzierung

Auf den ersten Blick wirken die Supercharger in Deutschland wie auch in ihren anderen Einsatzgebieten willkürlich verteilt, als sei zufallsbestimmt alle x Kilometer eine Station errichtet worden. Zoomt man aber stärker herein in die Karte, erkennt man die Nähe der Supercharger zu den Autobahnen. Dabei stehen die Stationen nicht auf einem Autobahnrasthof, wären also nur von einer Autobahnseite zu befahren, sondern an Abfahrten mit Autohöfen oder Industriegebieten. So kommt man von beiden Fahrtrichtungen problemlos an die Supercharger heran, gleichzeitig dürften die Preise für die Grundstücke deutlich günstiger sein.

Wirft man dann einen zweiten Blick auf die genauen Positionen der Supercharger, erkennt man den Hirnschmalz, der bei der Deutschen Bahn – richtig, die Bahn hat die Errichtung der deutschen Supercharger übernommen – in die Planung geflossen ist: Die Supercharger orientieren sich an den großen Transitautobahnen, mit denen Deutschland durchkreuzt werden kann. So erklärt sich zum Beispiel, warum einer der ersten Supercharger gleich hier in der Nachbarschaft in Wilnsdorf an der A45 steht. Nicht wegen der schönen Aussicht, sondern weil die A45 eine Transitroute vom Rhein-Main-Gebiet in die Metropole Ruhr ist. Ebenso stehen die Supercharger in Herzsprung und Wittenburg entlang der A24, weil man dort von Berlin nach Hamburg fährt. Die Leser mögen sich mal den Spaß machen, ihre üblichen Verkehrsrouten zu Freunden, Familien oder in den Urlaub auf der Supercharger-Karte zu überprüfen: Mit ziemlicher Sicherheit berühren diese einen oder mehrere Supercharger.

Damit erübrigt sich dann einer der größten Negativpunkte unserer #i3tour im letzten Jahr: Die Suche nach Ladestationen ist für eine lange Fahrt mit dem Model S nicht mehr nötig, weil an jeder langen Strecke genügend Supercharger vorhanden sind. Für die Kurzstrecke dagegen setzt man bei Tesla auf die Ladung zu Hause oder am Arbeitsplatz, aber diese Ladung wäre auch mit einem BMW i3 nie ein Problem.

3. Die Einfachheit

Man braucht nur wenige Zeilen, um diesen Punkt zu erklären: Ein Supercharger kann bedient werden, ohne jemals eine Einführung bekommen oder ein Handbuch gelesen haben. Über das Touchpanel klappt man die Ladeklappe an der hinteren linken Leuchteinheit auf, nimmt das Kabel aus dem Supercharger – man braucht keines mitbringen – und steckt es ein. Fertig. Keine komplizierten Bezahlsysteme, keine Karten von diversen Betreibern, keine Kabelverwirrung, keine Adapter, keine Stromstärken-Einstellungen. Kabel rein, Strom raus.

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Fazit

Fast noch beeindruckender als die Supercharger an sich ist die Errichtung in so kurzer Zeit und – jedenfalls unseres Wissens – ohne öffentliche Unterstützung. Die deutschen Hersteller sehen bis heute weder den Bedarf noch die Notwendigkeit, selbst bei der Errichtung der Infrastruktur für Elektroautos Hand anzulegen. Und die lokalen Energieversorger kochen fleißig ihrer eigenen Suppen, ohne sich auf gemeinsames Bezahlen oder gar eine gemeinsame Kartierung zu verständigen. Erst im letzten Jahr ist man nun auf die Idee gekommen, die Autobahnraststätten der Tank&Rast mit Ladesäulen zu versehen. Passiert ist noch nicht viel.

Tesla hat in der gleichen Zeit einfach Fakten geschaffen und die größte Angst des Elektropioniers für ihre Kunden gestrichen: Die Angst vor fehlender Reichweite gibt es mit Tesla nicht mehr. Die Fahrer von Renault Zoe, Nissan Leaf, BMW i3 und allen anderen Elektroautos dürfen erstmal weiter zittern.

#teslatour – shooting

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#teslatour – sechster Bericht

Nach den schlechten Hotel-Erfahrungen der vergangenen Tage waren wir froh mit dem Vulkanhotel in Steffeln dieses Mal einen Glücksgriff gelandet zu haben. Nicht nur, dass wir unser Auto am laden durften, auch war das Personal sehr freundlich und das Abendessen eine echte Freude.

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So sind wir gut gestärkt und entspannt heute morgen in die nächste Etappe gestartet.  Etwas überrumpelt wurden wir nur vom starken Schneefall in der Eifel, der unsere gute Planung etwas ins wanken brachte. Wie zu befürchten war, fanden die Akkus des Model S den starken Temperaturabfall alles andere als angenehm. Und so wurden wir auf der Fahrt in das Saarland um eine Erfahrung reicher: Die Akkus können in kaltem Zustand nicht nur weniger Energie abgeben, sie nehmen auch ebenso weniger Energie auf. Das heißt bergab ist die Energierückgewinnung sehr gedrosselt.

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Unser erster Stopp führte uns, wie gesagt, in das  Saarland (Bundesland 15/16). In Türkismühle steuerten wir eine Ladesäule der regionalen e-Mobil Saar an. Praktische Sache, weil das nicht nur genau auf unsere Route passte, sondern das Laden auch kostenlos war. Leider war die Geschwindigkeit nicht berauschend, reichte aber für den kurzen Boost, den wir brauchten, aus.

Eigentlich hatten wir vor, vom Saarland weiter in Rheinland-Pfalz in Richtung unserer Autorückgabe zu fahren. Da wir aber mit unserer Tour insgesamt deutlich besser voran kamen, als geplant, hatten wir jetzt  einige Zeit übrig (mehr zu den Gründen des schnellen Fortschritts folgt später). Wir haben daher beschlossen, uns auf in heimische Gefilde zu machen, um dort die Zeit für weitere Fotos und Videos vom Model S zu nutzen. Wir wollen endlich einmal zeigen, dass das Auto nicht nur geladen werden, sondern auch fahren kann. Und die Ausbeute an guten Fotos war bisher nicht berauschend, weil wir das meiste Tageslicht auf der Autobahn und Bundesstraßen verschwendet haben.

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Daher sind wir vom Saarland aus direkt in Richtung des Superchargers in Waldlaubersheim bei Bingen aufgebrochen und von dort bei Mainz über den Rhein nach Wiesbaden gefahren – übrigens mit einer neuen persönlichen Bestmarke von nur 19,0kWh auf 100 Kilometern. Damit sind wir nach 1835 Kilometern Reisestrecke und in nur 3 Tagen und 2,5 Stunden statt geplanter 5 Tage im letzten Bundesland Hessen angekommen und haben das Ziel erreicht! Für uns ist die Zeit an sich schon beeindruckend, noch mehr aber begeistert uns die Problemlosigkeit, mit der ein Tesla die steile Herausforderung des Abfahrens von 16 Bundesländern erledigt. Wie aus dem Ärmel, oder eben dem Supercharger geschüttelt.

Über den Taunus und den Westerwald ging es dann weiter in Richtung Heimat. Jetzt sind wir also in Mittelhessen und werden morgen einen ganzen Tag entspannt mit unseren Kameras auf das Model S zielen. Außerdem werden wir in den kommenden Tagen noch einige ausführliche Berichte zu den Superchargern, dem Auto und uns oft gestellten Fragen veröffentlichen.

#teslatour – fünfter Bericht

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Den Wecker auf 6 Uhr 45 stellen gehört nicht zu den Dingen, die ich mir für meinen Urlaub vornehme. Trotzdem haben wir genau das gestern Abend getan. Zum einen war, wie erwähnt, das Hotel nun wirklich nicht einladend für einen längeren Aufenthalt als unbedingt nötig, zum anderen haben wir unsere Tagesplanung mit großen Zielen gemacht: Wir wollten heute bis nach Rheinland-Pfalz kommen, von Hamburg aus etwa 550 Kilometer, ohne dabei wie an den letzten beiden Tagen spät abends im Hotel anzukommen.

Und so zielstrebig der Plan war, genau so wunderbar ging er auch auf. Geladen haben wir zuerst im verschneiten Rade südlich von Hamburg, womit wir Niedersachsen als 11. Bundesland von unserer Liste streichen konnte. Eine kurze Etappe führte uns zum nächsten Supercharger, dem in Stuhr am Stadtrand von Bremen. Der Supercharger selbst gehört nicht zum Bremer Territorium, aber man muss um 180° drehen, um ihn zu erreichen. Genau am Scheitelpunkt befindet man sich am Ortsschild von Bremen, hinter dem wir also kurz die Füße auf den Boden gesetzt und somit Bremen als Nummer 12 erreicht haben.

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Mit Stationen an den Superchargern in Lohne, Kamen (Nordrhein-Westfalen, also 13) und Erftstadt haben wir nun erstmal das sichere Geleit der Supercharger verlassen müssen, um uns über Rheinland-Pfalz ins Saarland zu schlagen. Heute haben wir unsere Zelte in Steffel in der Pfalz aufgeschlagen (Bundesland 14) und planen gleich gemeinsam die Route ins Saarland und dann zur letzten Etappe.

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Auf der letzten Etappe sind wir wie gesagt recht weit weg von allen Superchargern und haben uns daher das erste Mal auf der Tour ernsthaft im Stromsparen versucht. Auf der #i3tour haben wir letztes Jahr fast jede Etappe mit reduzierter oder gar ausgeschalteter Heizung und Höchstgeschwindigkeiten von um die 90 km/h zurück gelegt. Beim Model S und den nahezu überall verfügbaren Superchargern war das bisher nicht nötig und wir sind häufig mit 130km/h und voller Heizleistung (die zugegeben etwas bescheiden ist) unterwegs gewesen. Aber auch mit dem Model S kann man effizient fahren. Wir haben also Handschuhe und Wollsocken angezogen, die Heizung ausgestellt und sind nervtötend langsam gefahren. Damit konnten wir das erste Mal die Reichweitenberechnungen des Wagen erreichen und sind nicht ganz unzufrieden mit dem Durchschnitt von 20,1 kWh auf 100km, den wir erreicht haben. Üblich waren eher 24-25 auf unseren bisherigen Strecken.

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Neue Erfahrungen haben wir heute auch in Sachen Laden an gleich zwei Stellen gesammelt. Kurz vor unserem Hotel haben wir in Hillesheim das erste Mal erfolgreich an einem Typ-2-Lader von RWE geladen. Nachdem das Berliner Ladegerät nicht mehr aufzufinden war, befand sich das in Hillesheim noch an Ort und Stelle. Zum ersten Mal auf unserer Tour haben wir damit für Strom bezahlen müssen, glatte 4 Euro haben wir für gute 10 kWh bezahlt – auch nicht gerade ein Schnäppchen. Zum anderen dauert das Laden von besagten 10 kWh an einem Typ-2-Lader mit 22kw auch 30 Minuten, also höchstens ein Viertel der Geschwindigkeit des Superchargers.

Außerdem laden wir gerade unser Model S am Haushaltsstrom des Hotels voll. Es fehlten nur noch etwa 80km Reichweite, also hält sich die Ladezeit mit etwas mehr als 3 Stunden in Grenzen. Das Model S an 220 Volt mit 13 Ampere voll zu laden dürfte dagegen kaum zu empfehlen sein, dauert das doch je nach Angaben bis zu 30 Stunden.

Es fühlt sich seltsam an, dem Ziel schon so nahe zu sein, denn es fehlen mit dem Saarland und Hessen nur noch 2 Bundesländer. Und auch wenn es natürlich schneller gegangen wäre, zehren unsere Etappen von durchweg 500-550 Kilometern in den letzten Tagen ordentlich an den Nerven. Zwischen 9 und 13 Stunden waren wir jeden Tag unterwegs und freuen uns daher, es morgen oder übermorgen etwas ruhiger angehen zu lassen.

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#teslatour – vierter Bericht

Nach einer spontanen Komplettdurchquerung von Berlin hieß unser nächstes Ziel Herzsprung. Eine kleine Siedlung mit Rasthof im brandenburgischen Nirgendwo. Den etwas längeren Ladestopp (in Berlin hatten wir bekanntermaßen nicht nachgeladen) nutzten wir für das Mittagessen. Am Supercharger trafen wir auch mal wieder andere Tesla-Fahrer. Allesamt aus Dänemark. Grundsätzlich haben wir bislang sowieso mehr dänische und niederländische Tesla getroffen. Dort verkauft sich das Auto durch die bessere Infrastruktur und steuerliche Kaufanreize bereits seit einiger Zeit wie geschnitten Brot.


A pro pos Brot: Frisch gestärkt von Gulaschsuppe und überbackenem Camembert ging es zurück auf die Autobahn. Allerdings noch etwas in Pausenstimmung verpassten wir die Abfahrt Richtung Hamburg und mussten so zwangsweise bereits einige Kilometer nach Mecklenburg-Vorpommern (Bundesland 7/16) fahren.

Autobahnabfahrten sind dort allerdings eher eine Seltenheit. Was für uns ein Umweg von fast 40 Kilometern bedeutete.

Der nächste Umweg war allerdings von Anfang an geplant. In Wittenburg erreichten wir nach einem Schlenker über die Elbe das nächste Bundesland: Sachsen-Anhalt (Bundesland 8/16). Über die Landstraße ging es weiter Richtung Hamburg. Nicht nur fahrtechnisch eine tolle Strecke, sondern es gab auch schöne Dörfer und alte Häuser in Mecklenburg-Vorpommern zu betrachten, wo wir jetzt auch noch mal offiziell angekommen waren. Der Ladestopp am nächsten Supercharger führte uns zur Skihalle Wittenburg. Ein völlig irres Bauwerk.

Weniger spektakulär erreichte wir danach Schleswig-Holstein (Bundesland 9/16). Zumindest haben wir auch dort unsere Füße auf den Boden gesetzt. Für mehr als eine Pinkelpause hat es allerdings nicht gerreicht. Denn Hamburg und das Feierabendbier riefen.

Dort angekommen (Bundesland 10/16) wollten wir allerdings am liebsten direkt wieder fahren. Über booking.com hatten wir ein günstiges Tagungshotel im Speckgürtel von Hamburg gefunden. Im nachhinein war unser Ärger groß, dass wir nicht noch ein paar Euro draufgelegt und ein anständiges Hotel gebucht hatten. Man konnte gar nicht genau sagen was schlimmer war, das Personal am Empfang, die Zimmer oder die Hotel-Umgebung. Immerhin stand der Tesla sicher in der Tiefgarage.

Den Hotel-Fehler werden wir sicherlich nicht noch einmal machen. Für heute Nacht haben wir bereits ein Wellness-Hotel in der Eifel gebucht. Das werden wir sicherlich auch brauchen, denn nun steht noch einmal eine größere Ettappe an. Wir werden berichten.

#teslatour – dritter Bericht

  
Der zweite Tag unserer Tour läuft. Pünktlich im Spreewald gestartet, ging es auf direktem Weg weiter zum Supercharger in Blankenfelde, kurz vor Berlin.

In Berlin (Bundesland 6/16) hätten wir deshalb eigentlich nicht zwingend laden müssen, allerdings sah der Plan vor, uns mit mehreren Freunden auf einen Kaffee zu treffen. Dafür hatten wir uns eine RWE-Ladesäule in Tempelhof rausgesucht. Auf dem Gelände der Stadtreinigung Berlin angekommen, erwartete uns allerdings keine Ladesäule, sondern nur noch die Überreste eben dieser. Anscheinend wurde die Station abgebaut und unsere Übersichtkarte war nicht auf dem aktuellsten Stand. Mit einem anderen Elektrofahrzeug wären wir spätestens jetzt ziemlich aufgeschmissen gewesen. Man denke nur an unsere i3-Tour, als wir uns immer mit wenigen Kilometern Restreichweite und von Ladestation zu Ladestation hangelten. Mit dem Tesla Model S kein Problem. Wir kommen jetzt auch noch leicht bis zum nächsten Supercharger. Doch anstatt gemütlich mit Freunden im Café zu sitzen und das Auto laden zu lassen, geht es nun direkt weiter. Immerhin haben wir einen Freund getroffen, den wir beide schon lange nicht mehr gesehen haben. Von einem Tesla wurde er jedenfalls noch nicht nach Hause gefahren. 

Nun sind wir gerade wieder aus Berlin raus und steuern den nächsten Supercharger an. Aber es bleibt ein bitterer Beigeschmack. Wir sind seit über 24 Stunden unterwegs und bekamen die ersten Probleme, als wir nun ein einziges Mal nicht auf die Supercharger zurück greifen wollten. Das Ladesäulen-Netz in Deutschland ist so zerklüftet, dass es nicht nur unzählige Anbieter, mit unzähligen Bezahlsystemen gibt, sondern eine Station einfach wieder verschwinden kann. Wenn man überland unterwegs ist benötigt man zwingend eine App mit einer Übersicht aller Anbieter, muss allerdings darauf hoffen, dass deren Datenbanken immer auf den neusten Stand sind. In unserem Fall hat RWE die Ladesäule anscheinend ohne große Ankündigung wieder abgebaut. Denn auch der hilfsbereite Pfördner vor Ort konnte nur mit den Schultern zucken.

#teslatour – zweiter Bericht

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Guten Morgen aus Rickshausen bei Lübben im Spreewald. Gestern Abend sind wir nicht wie geplant hinter Leipzig, also irgendwo in Sachsen (Bundesland 4/16) stehen geblieben, sondern haben noch eine weitere Etappe dran gehängt bis hierhin nach Brandenburg (Bundesland 5/16). Übernachtet haben wir in dem weit und breit einzigen Hotel mit einem Supercharger, dem gar nicht so großartigen Spreewald Parkhotel Van der Valk.

Unsere Ladestopps

Der nächste Stopp auf unserer Liste war in Weimar geplant, genauer im Gewerbepark Legefeld gleich bei Weimar. Angekommen mit 221km Restreichweite haben hier kurzes Smartphone-Checken und ein paar mal ums Auto laufen gereicht, um uns in 23 Minuten wieder auf 342km Reichweite zu bringen.

Von Weimar ging es nach Nempitz bei Leipzig, unserem letzten Zwischenstopp. 212km Reichweite wurden in 20 Minuten zu einer vollen Ladung. Mit einem eigentlich geplanten Halt in Leipzig haben wir uns dann entschlossen, doch noch ein Stück weiter zu fahren und uns auf eine sehr schöne Überlandtour in den Spreewald aufzumachen. Der Umweg gegenüber unserer normalen Route nach Berlin betrug nur etwa 20-30km, dafür konnten wir aber den Tesla über Nacht am Supercharger vor der Hoteleinfahrt komplett voll laden. Das machte durchaus Sinn, bei unserem bisher niedrigsten Ladestand von 86km.

Jetzt geht es erst einmal zum Frühstück, dann machen wir uns Richtung Berlin auf – Bundesland Nummer 6, wir kommen.

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#teslatour – erster Bericht

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Seit 5 Stunden sind wir jetzt auf unserer #teslatour, und die ersten 3 Bundesländer sind bereits abgehakt. In Bayern (Bundesland 1/16) bei teslastation.de gestartet, ging es in Wertheim für einen kurzen Moment nach Baden-Württemberg (Bundesland 2/16) und dann auf der Autobahn über Würzburg nach Norden in Richtung Erfurt. Nach den zwei ersten Ladestopps ist es daher Zeit, für einen ersten Zwischenbericht:

Das Auto

Der Tesla Model S ist ein gleichermaßen beeindruckend und unbeeindruckendes Auto. Beeindruckend, weil es sich um eine Oberklasse-Limousine handelt, der man das elektrische Fahren kaum anmerkt. Wenn man nicht wie von der Tarantel gestochen auf das Gaspedal tritt, gleitet das Model S souverän über die Autobahn, wie jedes andere Auto auch. Und genau das ist in positiver Weise wieder unbeeindruckend, weil es eben keinen neuen, verwirrenden Eindruck hinterlässt. Ob man jetzt in einem BMW, Audi oder Tesla sitzt, ob man Diesel oder Benzin verbrennt, oder Strom aus Akkus saugt: Es lässt sich immer wunderbar Distanz überwinden, völlig entspannt.

Ein paar negative Seiten gibt es natürlich auch. Wenn vom 85.000€-Kaufpreis ein großer Teil für Akkus verwendet worden ist, ist der Qualitätsunterscheid zu deutschen Autoherstellern nicht weg zu diskutieren. Es knarzt und knackt, das Panoramadach pfeift unaufhörlich und der Schlüssel erinnert an ein billiges Spielzeugauto aus Plastik.

All das wird aber völlig irrelevant, wenn man den Fuß in Richtung Bodenblech drückt. Selbst wenn wir nur das „schwächste“ Model S mit 367 PS fahren – was an Beschleunigung aus einer mehr als 2 Tonnen schweren Limousine zu quetschen ist, tatöwiert das Grinsen ins Gesicht. Schaut man dann noch auf die enorme Reichweite von alltagstauglichen 350km, verschwinden alle anderen Elektroautos in der Bedeutungslosigkeit.

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Ladestopps

Mit 332km Reichweite nicht ganz voll geladen sind wir in Wertheim gestartet. Die erste Etappe sollte 75km lang sein und uns zum ersten Supercharger in Gramschatzer Wald führen. Angestachelt vom Neuen und ausprobieren sind wir sehr zügig unterwegs gewesen, sodass wir mit 224km Restreichweite ankamen und somit 40km über dem geschätzten Verbrauch lagen. Sei’s drum, ein Model S bei 200km/h ist auf der Autobahn sicher ein amüsanter Anblick. 19 Minuten nach Beginn des Ladens waren wir wieder auf 304km Reichweite und es ging weiter.

Der zweite Stopp liegt gerade hinter uns, in Zella-Mehlis haben wir mit 150km Restreichweite Thüringen erreicht (Bundesland 3/16). Obwohl es diesmal bewusst langsamer voran ging, eingependelt bei ca. 130km/h, haben wir wieder etwa 40km Reichweite zu viel verbraucht. Beileibe kein Problem, denn mit 150km Restreichweite am Supercharger hatten wir immer noch mehr übrig, als unser BMW i3 von der letztjährigen Tour überhaupt anzubieten hatte.

Während der Tesla geladen hat, sind wir Mittag essen gegangen und sind nach 38 Minuten zum vollen Auto zurück gekommen. Voll heißt dabei übrigens nur 90% Akkuladung, da man ersucht ist, nur so wenig wie möglich zu „überladen“. Mit 342km neuer Reichweite geht es jetzt nach Erfurt weiter zu einem kurzen Treffen mit Christians Bruder, die nächste Ladestation ist dann nur 24km weiter in Weimar.

Für aktuelle Infos von unserer #teslatour empfehlen wir übrigens Twitter, Facebook und Instagram. Ab und zu werden wir auch Live-Videos per Periscope oder Facebook ausprobieren.