#i3tour – Rückgabe und Rückblick

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Am Mittwoch ist meine Zeit mit dem i3 abgelaufen, zur Rückgabe habe ich ihn wieder bei ASW Wahl in Gießen abgeliefert. Stolze 2100km haben wir dem Stromer verpasst, fast die Hälfte seiner Laufleistung bei unserer Übernahme. Mit dem Verkäufer habe ich noch längere Zeit gesprochen und unsere Tour sowie die gesamte Zeit Revue passieren lassen, also will ich das hier auch nochmal nachholen:

Der i3 auf Langstrecke

Angesichts der Tatsache, dass es mit dem i3 Mit Range Extender ja das perfekte Vehikel für unsere Fahrt gegeben hätte, haben wir uns die Fahrt mit unserer Entscheidung auf rein elektrisches Fahren absichtlich schwer gemacht. Aber wir wollten eben testen, wie man mit einem Elektroauto, das eindeutig nicht für Langstrecke gebaut ist, Langstrecke fahren kann.

Unsere Tour hat der i3 erstaunlich gut gemeistert. Besser kann es ein Elektroauto wohl mit einer 22kWh-Batterie nicht machen. Die großen Schwächen, die uns begegnet sind, waren die im Schnelllade-Netz innerhalb Deutschlands. Zu unterschiedliche Zugangsberechtigungen, sinnlose Tore vor Ladesäulen bei BMW, flächendeckend fehlende Bezahlmöglichkeiten – weshalb für uns sämtliche Fahrten in Deutschland kostenlos waren – und natürlich schlicht zu wenige CCS-Lader. Spannend finde ich, dass das die gleichen Kritikpunkte sind, die es seit Jahren gibt – dabei gibt es mittlerweile genug Ladesäulen mit Wechselstrom. Das Laden mit 50kw Gleichstrom ist dagegen noch recht neu, aber offensichtlich haben die wenigen Anbieter auch nur bedingt aus den alten Fehlern gelernt.

Wie wir schon geschrieben haben, sehen wir hier große Chancen beispielsweise für Tankstellenbetreiber. Wenn sie jetzt investieren würden, könnten Sie den Markt komplett dominieren, für innovative Unternehmen wie Fastned gäbe es keine Chance. Das ist aber beileibe kein Politikversagen, sondern eines der Tankstellenbetreiber und Energieversorger. Nicht der Staat muss die Ladesäulen bauen, sondern die Leute, die damit Geld verdienen können. Das haben sie nur bisher nicht gemerkt.

Vor allem aber brauchen wir mehr Batteriekapazität. Und damit fordern wir, was die Hersteller schon längst angehen. Die Forschung nach neuen Batterietechniken läuft auch Hochtouren und bereits die nächsten Generationen der Elektroautos werden sich massiv steigern. BMW beispielsweise möchte die Reichweite des i3 bei der nächsten Generation verdoppeln. Und mit dem Power eDrive gibt es bereits einen Prototypen, der mindestens zu Tesla aufschließen kann. Bei allen anderen Herstellern außer BMW wird man für große Reichweiten vor allem über das Gewicht reden müssen. Der eGolf von VW hat eine vergleichbare Technik wie der i3, wiegt aber 300kg mehr. Für wirklich effiziente Energienutzung ist das einfach zu viel.

Der i3 im Alltag

Nach unserer Tour konnte ich den i3 noch zweieinhalb Wochen im Alltag nutzen und es ist tatsächlich ein ganz anderes Auto, wenn es in seinem realen Einsatzgebiet bewegt wird. Kurz- und Mittelstrecke schüttelt der i3 aus dem Ärmel. Er macht sogar Unmengen von Spaß, weil er gleich ab Start voll einsatzbereit ist, per Vorwahluhr oder Fernbedienung durchklimatisiert zieht er mit voller Power vom Stand weg. Warmfahren, wie bei Dieseln oder Benzinern, kennt der Elektromotor nicht. Von der Reichweitenangst befreit, genießt man auch endlich einmal höhere Geschwindigkeiten (154km/h bergab und mit Rückenwind), erfreut sich an elektrisch betriebener Heizung und Klimaanlage – neue Gefühle für Reichweitenmaximierer – und an jedem beherzten Tritt aufs Gaspedal. Zu Hause kommt der i3 dann wieder an die Steckdose und ist am nächsten Morgen voll. Wenn man nicht zu weit zu fahren hat, sieht man weder eine Tankstelle noch eine Ladesäule jemals aus der Nähe.

Und so ist auch mein persönliches Fazit auf die Frage, ob ich mir einen i3 vorstellen könnte, ein ganz simples: Nein. Natürlich ist es nett und angenehm, zum Einkaufen, zur Post, zum Arzt lautlos und für unvergleichlich niedrige Kilometerkosten zu düsen. Aber: Meine geschäftlichen Termine hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet kann ich mit dem i3 vergessen, da muss nach wie vor den Verbrennungsmotor bemühen. Gerade weil hier im strukturschwachen Mittelhessen die öffentlichen Verkehrsmittel keine wirkliche Alternative sind. Nur für die Kurzstrecken aber über 40.000€, wie bei unserem Testwagen, auf den Tisch zu legen, obwohl man gar kein zweites Auto braucht?

Wer sich für einen i3 oder jeden anderen Elektrowagen interessiert, sollte seine Faszination erstmal ausblenden und nur auf sein Fahrprofil schauen. Wer zum Beispiel jeden Tag 30-50km pendelt, ist ein idealer i3-Nutzer und braucht vermutlich nur zwei oder drei mal im Jahr ein anderes Auto, das er sich dann leihen kann oder sogar vom Hersteller gestellt bekommt. Wer dagegen einen Pendelweg von über 100km hat, oder überhaupt keinen aber viele lange Dienstfahrten, der muss schon ein großer Liebhaber von Elektromobilität sein und eine pralle Brieftasche haben, um sich den Spaß zu gönnen.

Nachsatz: Der i3 als Datenkrake

Bei der Rückgabe von Mietwagen ist es man ja gewohnt, seine Daten aus dem Auto zu löschen. Wenn man sein Telefon per Bluetooth verbunden hat, wird oft das ganze Telefonbuch übertragen. Und während mir das immer wichtig war, meine Kontakte nicht für jeden Nachmieter zu hinterlegen, staunt man selbst als Nachfolger schon oft, was noch so aufzufinden ist. Noch extremer fand ich die Erfahrung im i3. Zwar waren nach Abkoppeln des Telefons keine sichtbaren Kontakte mehr zu sehen, viel drastischer aber ein sehr versteckter Punkt im Navigationssystem. Ich zitiere einfach mal von bmwblog.com:

“My previous charging locations were still recorded, months after I used this loaner car. All I had to do is choose this entry and the car would direct me to my restaurant in Montclair, NJ. I could have also visited the homes of some of my fellow local i3 owners.

So as I headed out of the dealership I started the navigation system, and instead of entering the destination, I scrolled down to “Last Charging Stations” just to see if the addresses I charged at a few months back were still saved there. They were. My restaurant in Montclair and my home address were saved as destinations in the loaner’s nav system. Then, as I scrolled down the list I saw addresses of all my friends who live locally and drive i3s. Their names weren’t listed, but the navigation system stored the exact location of their homes – which I know because we are friends. Evidently they too had used this loaner i3 while their car was in for service. Since they charged the car at home, their addresses were recorded as “Last Charging Stations” and stored in the nav system. I erased all the entries that were addresses of the people I know, but I wonder how many of them realized they were leaving a record of where they live and charge for anyone who had the car after them to see.”

Der i3 speichert tatsächlich jede Ladestation, öffentlich oder privat. Ich konnte über die Anzeige nachvollziehen, wie unser Wagen seinen Weg von München bis an die Nordsee und wieder nach Mittelhessen gefunden hat, ich konnte auch meine eigene Adresse gleich mehrfach sehen. Es ist ein Unding, dass BMW bei Miet- und Vorführwagen nicht bei jeder Rückgabe automatisch ein Rücksetzen auf Werkseinstellungen durchführt, vor allem, da es diesen Punkt sogar leicht auffindbar im Menü gibt.

Und noch eine weitere schockierende Erkenntnis: Ich konnte den i3 über eine iOS-App fernbedienen, konnte seinen Ladestand überprüfen, wie lange er noch lädt, konnte seine Position orten, konnte ihn sogar hupen lassen oder auf- und zuschließen(!). Heute habe ich mal nachgeschaut und: Ich kann es immer noch. Ich weiß also, wo der i3 nach meiner Mietzeit hingefahren ist. Und wenn ich etwas öfter nachschaue, kann ich problemlos rausfinden, wo der Nachmieter wohnt. Und wenn ich dort hinfahren würde, kann ich von wo immer ich möchte das Auto aufschließen und mir gemütlich aus dem Innenraum mitnehmen, was ich möchte. Im Ernst, BMW?

#i3tour – Nachtrag: 178,3km Reichweite

Angestachelt von dem guten Wetter und einem erfreulich leeren Posteingang bin ich heute spontan auf Reichweitentour gegangen: Ich wollte einfach mal ausprobieren, wie weit ein i3 unter guten Bedingungen fahren kann und was passiert, wenn er am Ende ist. Inspiriert dazu hatte mich ein Versuch von motor-talk.de mit dem Tesla Model S. Der Tesla machte ab der Anzeige von 0km Reichweite noch ganze 20km, der Artikel ist eine Leseempfehlung wert. Der i3 jedenfalls verhält sich anders. Aber der Reihe nach:

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Nachdem die Reichweite am Anfang bei etwa 152km lag habe ich eine wunderbare Fahrt von Mittelhessen bis in die Wetterau gehabt, wo ich in der Nähe von Bad Vilbel bei 92,5km auf dem Tageskilometerzähler umgedreht bin. Während der Fahrt stieg und stieg die Reichweite, bis sie sich am Ende bei 160-170km einpendelte.

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Der erster Warnhinweis kam bei 20km Reichweite, ein zweiter, drastischerer dann bei 10km.

Auf den letzten Kilometern fuhr sich noch alles völlig normal. Erst einen Kilometer vor dem tatsächlichen Stopp nahm mir der i3 plötzlich die Leistung weg. Auf einer zweispurigen Bundesstraße ohne Standstreifen ist das nur bedingt angenehm. Die bisher volle Anzeige des rechten Halbkreises im Display verschwand komplett.

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Im Segelmodus konnte ich mich auf die nahe Abbiegespur retten und dann mit einem letzten, verzweifelten Impuls des i3 tatsächlich noch in die Nebenstraße fahren. Dort war dann bei 178,3km endgültig Schluss. Auch wenn der i3 noch Strom hatte, alle elektrischen Helferlein von Lüftung über Fensterheber bis zum Navi ließen sich noch bedienen, fuhr er keinen Meter weit.

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Mit etwas Hilfe konnte ich den i3 dann in die Werkstatt des örtlichen Opel-Händlers rollen, wo er jetzt am Haushaltsstrom nachlädt. Herzlichen Dank dafür an Opel Hoppmann in Dillenburg. In etwa 1 Stunde kann ich die restlichen 10km nach Hause antreten.

Fazit

Warum bin ich heute mit besagten 178,3km so viel weiter gekommen als auf den Etappen unserer i3tour? Vor allem dürfte das Wetter eine Rolle gespielt habe, bei fast 20° Außentemperatur heute mittag fühlen sich die Batterien deutlich wohler. Außerdem könnte das Gewicht von 2 Personen und Reisegepäck mehr ausgemacht haben, als wir dachten.

Trotz allem bin ich nicht an die 190km-Angabe von BMW heran gekommen. Kann das wirklich nur an den Winterreifen liegen, die der i3 noch aufgezogen hat? Sparsamer als ich heute kann man jedenfalls kaum fahren. Mein Verdacht ist, dass die 190km für echte Fahrer kaum zu erzielen, sondern nur ein Prüfstandswert sind. Dann mit 190km zu werben, finde ich etwas dubios.

#i3tour – Alle Tweets

Unsere Fahrt haben wir nicht nur hier im Blog, sondern auch ausführlich bei Twitter dokumentiert. Wer es verpasst hat oder nicht bei Twitter aktiv ist, kann sich im Kasten unten durch alle Tweets durchblättern, die unter unserem Hashtag #i3tour veröffentlicht wurden.


#i3tour – Es hat geklappt

Beim vorletzten Tanken in Göttingen hielten wir an einem großen Einkaufszentrum, auf dessen Parkplatz sich eine weitere frei verfügbare 50kw-Säule befand. Das Laden klappte wunderbar, wir mussten auch nur eine begrenzte Reichweite gewinnen, um es nach Kassel zu schaffen. Dazu haben wir auch gleich noch die Gelegenheit genutzt, uns die BMW Niederlassung in Göttingen anzusehen, wo ebenfalls eine 50kw-Säule sein sollte, die aber am Sonntag nicht erreichbar sei. Und tatsächlich, auch in Göttingen hat BMW die Ladesäule hinter ein Tor gebaut. Zwar war das Tor zufälligerweise an diesem Sonntag auf, aber verlassen sollte man sich darauf nicht.

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Besser hat es dann BMW in Kassel gemacht, wo auch die Fahrzeuge hinter einem Tor stehen, die Ladesäule aber auf einem frei zugänglichen Platz davor aufgestellt wurde. Hier luden wir bis auf 99%, da die letzte Etappe nach Gießen mit 120km die längste unserer Tour werden sollte. Wir hatten Glück, denn es wurde auch auch unsere effizienteste Etappe. Weiter waren es die guten Temperaturen, die uns halfen, aber auch das recht stetige Gefälle nach Gießen und eine sehr effiziente Fahrweise mit LKW-Windschatten sorgten dafür, dass wir mit einer kumulierten Reichweite von 141km (kurz zuvor waren es sogar mal 142km) in Gießen ankamen – mit noch 22km Reichweite auf dem Kombiinstrument. Für Malte war hier die Reise zu Ende, wir zapften nochmal 70% Akkuladung aus der 30kw-Säule der Gießener Volksbank und dann konnte auch ich den Nachhauseweg antreten.

Fazit

Wir haben es also geschafft, sowohl der Hinweg mit 518km als auch der Rückweg mit 538km wurde jeweils an einem Tag absolviert. Der i3 hat sich großartig geschlagen und ist ein sehr angenehmes Reiseauto. Die entspannte Art zu reisen, mit 90km/h und vielen Pausen, ist eine wirklich wohltuende Abwechslung auch zu unsrer sonstigen Fahrweise in Verbrennerautos.

Aber es gibt auch negative Seiten, denn ohne eine sehr detaillierte Planung und eine große Portion Glück hätten wir mindestens für die Rückfahrt 2 Tage gebraucht, ohne das tolle Angebot von Fastned in Holland auch für den Hinweg.

Woran liegt das? Nun, zum einen gibt es einfach noch zu wenige Schnelllader mit 20 oder sogar 50kw über den CCS-Anschluss. Fastned macht vor, was wir in Deutschland brauchen: Ein großmaschiges Netz an CCS-Ladern entlang der Autobahnen, ähnlich dem E.ON-Modellversuch von Berlin nach München. Für uns wäre es logisch, wenn das an den bestehenden Autobahn-Raststätten aufgebaut würde und von einer zentralen Stelle betrieben.

Zum anderen sind die bereits jetzt verfügbaren Ladesäulen oft schlecht, manches mal gar nicht erreichbar. Zu viele Anbieter mit unterschiedlichen Systemen wurden auf unserer Tour nur deshalb kein Problem, weil eben viele noch auf eine Zugangskontrolle und eine Abrechnung verzichten. Hätten wir wirklich für jede Säule vorher eine Registrierung abschließen müssen oder die Zahlungsmöglichkeiten erfragen, wäre der Aufwand der Vorbereitung noch weiter gestiegen.

Zusätzlich war die Reichweite des i3 deutlich geringer, als von BMW versprochen. Auf ihrer Internetseite werben die Münchner mit 190km Reichweite, erfahren haben wir maximal die oben genannten 142km – und dafür muss man sich schon sehr verbiegen und ein günstiges Streckenprofil haben. Realistischer waren 120-125km, wohlgemerkt immer noch ohne Lüftung oder gar Heizung und Klimatisierung. Wir sind konstant mit Schal und Wollsocken gefahren, um überhaupt in diese Region zu kommen. Wenn man komfortbetont reisen will, sollte man sich wohl eher auf 100km einstellen. All das wäre kein Problem, wenn es offen kommuniziert würde. Wir hatten mit unserer Vorabplanung nur Glück, weil wir schon von deutlich geringeren Reichweiten ausgingen. Hätten wir mit den 190km geplant, wären wir schon vor der ersten Station gestrandet.

Es soll wohl bereits ein Update für den i3 geben, das etwas mehr Reichweite verfügbar macht. Wie viel das genau sein wird, ist uns nicht bekannt. Vielleicht wird auch einfach nur die Berechnung der Reichweite besser, vielleicht hatten wir ja jetzt schon stets noch mehr Strom in der Batterie, als das Auto uns verraten hat.

Die Reichweitenberechnung ist übrigens nicht die einzige Schwäche des Autos, an vielen Stellen merkt man noch Schwächen in der Informationspolitik. So verrät das Display zum Beispiel nie, mit wie viel Leistung man gerade lädt oder wann man 80% erreicht haben wird. Das schaffen nur die großen 50kw-Säulen selbst. Auch über die iPhone-App kommt man nicht wirklich an mehr Infos. Viel gesprochen wurde seit Vorstellung des i3 auch über das Navigationssystem, das angeblich Reichweite und benötigte Ladepunkte selbsttätig kalkuliert. Das stimmt auch, wir konnten im Autohaus unser Ziel eingeben und erhielten eine korrekt wirkende Reisezeit. Aber wo das Auto laden wollte und was wir dafür berücksichtigen müssten, das verriert es uns nicht. Ohnehin kennt der i3 ja nur die BMW-eigenen Ladestationen oder die der Kooperationsparnter im ChargeNow-Projekt. Fastned zum Beispiel oder die  E.ON-Stationen waren ihm völlig unbekannt. Hier besteht dringender Nachholbedarf für BMW.

Uns ist natürlich bewusst, dass wir mit unserer Fahrt den Nutzungsrahmen des i3 überzogen haben, kaum jemand wird mit einem rein elektrischen Auto solche Touren fahren, meistens handelt es sich ja um Zweitwagen. Noch dazu gibt es den i3 ja auch mit einem Range Extender, der die Reichweite irgendwo in Richtung 300km verschieben soll (wie immer mit Vorsicht zu handhaben). Trotzdem wollten wir probieren, wie der i3 sich unter den Bedingungen schlägt, die man sonst an einem Verbrenner erwartet.

Die Antwort ist: erstaunlich gut, aber eben noch lange nicht perfekt. Wir freuen uns schon auf die kommenden Entwicklungen.

Abschließend noch ein kleines Video, das wir beim Ladevorgang in Kassel aufgenommen haben:

#i3tour – Auf gutem Weg

Nach dem Nervenkitzel in Bremen sind wir weiter auf gutem Weg. Das Wetter spielt und in die Karten, denn mit steigender Temperatur erhöht sich die Geschwindigkeit der Ladevorgänge ebenso wie die Reichweite. 

  

Geladen haben wir inzwischen in Bruchhausen-Vilsen und gerade im schönen Elze, beide Vorgänge klappten wunderbar. In Elze lagen zwar nur 20kw an, aber trotzdem hat der i3 mehr als 10kw in 40 Minuten gezogen, das ist nicht weit hinter den 50kw-Ladern.

  

Mit nur 30 Minuten Verzug trotz der Bremen-Odysee scheint sich unser Zeitplan zu bewähren. Als nächstes geht es nach Göttingen, bevor wir uns über Kassel nach Gießen durchschlagen. Die letzte Etappe hat es dann mit 120km nochmal in sich. 

#i3tour – Nervenkitzel inklusive

Pünktlich um kurz nach acht haben wir Neßmersiel heute Morgen verlassen, um uns auf den Weg Richtung Heimat zu machen. Bis zu unserem ersten Halt in Oldenburg lief alles entspannt. Die Straßen waren um diese Uhrzeit noch wie leer gefegt. Feiertagsbedingt konnten wir allerdings auch nicht energiesparend im Windschatten eines LKW fahren.

In Oldenburg angekommen haben wir den i3 noch ein letztes Mal an einer EWE-Ladestation angeschlossen. Am Typ2-Lader war allerdings erneut Geduld gefragt. Während wir den unfreundlichen und langsamen “Service” eines Cafés in der Nähe genossen, hatte das Auto in 75 Minuten 32 Kilometer neu hinzugewonnen.

Mit 54 Kilometern im Akku haben wir uns auf die Reise ins 44 Kilometer entfernte Stuhr gemacht. Dort ist direkt neben einem Einkaufszentrum eine CCS-Schnellladestation zu finden. Am Samstag hatten wir extra telefonisch abgeklärt, ob wir an der, vom lokalen Energieversorger EON-Avacon aufgestellten Station laden können. Kein Problem, wie es hieß. Während wir uns also Stuhr näherten beschleunigte sich mein Puls allerdings kontinuierlich, da wir unterwegs trotz weiterhin sparsamer Fahrweise, Reichweite verloren hatten. Von daher waren wir beide froh, als wir endlich vor der Ladestation standen. Dann jedoch die Ernüchterung, wir bekamen nach der Aktivierung der Station nur Fehlermeldungen präsentiert. Der Ladestecker war verriegelt und ließ sich nicht mehr vom Auto lösen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Die Notfall-Hotline hat ganz besonders sinnvolle Sprechzeiten (Montag-Freitag, 9-17 Uhr). Erst die Notfalltaste, gab unser Auto wieder frei. Es blieb allerdings das Problem mit dem leeren Akku.

Zum ersten Mal haben wir in Stuhr übrigens einen anderen Elektroauto-Fahrer getroffen. Der Tesla-Fahrer, hatte im Gegensatz zu uns allerdings noch 100 Kilometer Reichweite und konnte einfach weiterfahren.

In unserer Verzweiflung sind wir mit den verbleibenden Kilometern zur nächsten BMW-Niederlassung geschlichen, die zum Glück noch in Reichweite lag. Dort stand die erlösende Ladestation allerdings wie schon befürchtet hinter einem Tor und ist nur wochentagsüber erreichbar. Doch zu unserem Glück, war ausgerechnet am Ostersonntag die Niederlassung geöffnet und der freundliche Wachmann, der uns das Tor öffnete, freute sich sogar, dass er mal sehen konnte, wie man einen BMW i3 lädt. Eine absolute win-win-Situation. Wobei wir wohl ehrlich gesagt doch etwas glücklicher und erleichterter waren, als er. So viel Glück muss man erstmal haben.

Nun geht es weiter zur nächsten Station nach Bruchhausen-Vilsen. Dort treffen wir erneut auf eine Avacon-Station. Hoffentlich haben wir jetzt mehr Erfolg.

#i3tour – Die Rückreise

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Gerade sitzen wir am Wohnzimmertisch und planen unsere Rückreise. Wir werden, entgegen unserem ursprünglichen Plan, versuchen, auch die Rückfahrt an einem Tag zu schaffen. Dafür müssen wir zwar eine eigentlich unlogische Route fahren, denn die  nahe liegende Strecke über die A1 nach Süden können wir wegen einer Ladestationen-Lücke nicht fahren. Stattdessen planen wir derzeit, über Oldenburg und Bremen uns in Richtung Göttingen zu schlagen, um dann nach einem letzten Stopp in Kassel unsere bisher längste Strecke mit 120km nach Gießen anzutreten. Damit wir nicht den Arbeitstag am Dienstag gefährden, wenn etwas schief geht, fahren wir schon morgen früh los.

Tatsächlich ist es ein großes Problem für uns, dass wir entweder am Sonntag oder am Feiertag fahren würden. Es gibt zwar zahlreiche BMW-Händler auf unserer Route, bei denen wir mit 50kw laden könnten, aber die meisten von ihnen waren so intelligent, ihre Ladestationen hinter Tore zu bauen, die nur zu den Öffnungszeiten passierbar sind. Wo der Sinn dahinter liegt, wird sich uns nicht mehr erschließen. So dauert es tatsächlich bis Kassel, dass wir das erste mal bei BMW laden können. Um fair zu sein: Das Problem betrifft nicht nur BMW, auch beispielsweise manch Energieversorger hat ähnlich gebaut. Trotzdem ist es bei BMW besonders ärgerlich, da es dort um die Schnelllader geht.

Für uns steht noch ein großes Fragezeichen hinter der Rückfahrt – schaffen wir sie an einem Tag? Die Planung kann jedenfalls deutlich leichter schief gehen, als es noch auf der Hinfahrt der Fall war. Wir werden wieder versuchen, euch hier auf dem Laufenden zu halten.

#i3tour – Von Blauwestad an die Nordsee

Gestern Abend um kurz nach 8 sind wir in unserem Quartier in Blauwestad angekommen, einer sehr netten Retortensiedlung kurz vor dem Dollart. Hetty und Tieko, unsere Gastgeber, haben uns herzlich begrüßt und auch noch spontan ein Abendessen gereicht. Die ganze Siedlung ist unglaublich, ein Designer-Haus reiht sich an das nächste. Auch unsere Unterkunft war nicht von schlechten Eltern und Hetty und Tieko sind die nettesten Gastgeber, bei denen wir je untergekommen sind. Solltet ihr also mal ein paar Tage nett Urlaub machen wollen, schaut euch ihre Hostellerie Het Ried mal an.

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Unsere Unterkunft

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Vom Schlafzimmer-Balkon aus…

Da das Wetter nicht besonders gut war und unser Ladestand auf recht bedrohliche 20km gesunken war, haben wir es am ersten Abend nicht mehr an die Nordsee geschafft. Schade, aber wegen 20km halten wir unser Experiment nicht für gescheitert. Wir finden es nach wie vor beeindruckend, an einem Tag 518km rein elektrisch zurück gelegt zu haben. Ein großer Dank an Fastned, ohne deren Netz von 50kw-Ladestationen an den holländischen Autobahnen wir es wohl kaum so weit geschafft hätten.

Heute Morgen ging es nach üppigem Frühstücknach Leer in Ostfriesland, wo wir zumindest ein paar Kilowattstunden bei EWE, dem hiesigen Energieversorger, gewinnen wollten. Deren Typ2-Steckdose konnte unser i3 leider nur mit 7,2kw nutzen, aber immerhin. Während wir also uns die Stadt angesehen und im Café gesessen haben, konnten wir um die 30km Reichweite gewinnen und hatten damit mehr als genug, um zum Ferienhaus zu gelangen.

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Die letzte Fahrt über Land zum Ferienhaus war eine der schönsten auf der Reise, die Landschaft war großartig, das Wetter erholte sich langsam und die Sonne ließ sich immer öfter blicken. Wir sind durch wunderschöne Dörfer gekommen (siehe Foto) und die Vorfreude auf das Ankommen tat ihr übriges.

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Während des Beziehens des Hauses gönnten wir dem i3 noch etwas Strom aus der Haushaltsdose, um dann zum Erkunden der Gegend und zum Einkaufen aufzubrechen. Das erste mal seit Antritt unserer Reise waren wir so ohne Reichweitendruck unterwegs und konnten die Kraft des Elektromotors öfter voll auskosten. Die Beschleunigung und der Durchzug sind weit höher, als die 170PS vermuten lassen. Wenn man einen Benziner suchen würde, der ähnlich beeindruckend antritt, ist man sicher deutlich über den 300PS angekommen. Ein großer Spaß also und auch die hier erstmals auftretenden verwunderten Blicke der Passanten haben uns gut unterhalten.

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Abschließend einige Fotos von unserem kurzen Fototermin an der Nordsee, den wir auf der Erkundungsrunde eingelegt haben. Und damit verabschieden wir uns erstmal und melden uns wieder, wenn wir Neues zur Rückreiseplanung zu berichten haben.

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#i3tour – Nochmal kurz zwischen getankt 

Der nächste Ladestopp liegt hinter uns, nach 72km haben wir für ganze 11 Minuten lang bei einer weiteren Fastned-Station getankt und haben wieder 105km Reichweite auf der Uhr. Damit geht es los zu unserer vorerst letzten Ladestation auf unserem Weg an die Nordsee. In 52km folgt nochmal ein kompletter Ladestopp auf etwa 110-120km Reichweite in Veeningen – dann endlich mal auf unserer Seite der Autobahn. Damit müssten wir es bis zum Hotel schaffen.

Hoffentlich können wir am Hotel nochmal etwas Strom am langsamen Anschluss tanken, um dann sicher die fehlenden 10km für einen kurzen Besuch am Dollart zurückzulegen. 

Man muss einfach begeistert sein von Fastned. Die Geschwindigkeit des Ladevorganges ist unfassbar, selbst bei BMW kamen wir nicht in ähnliche Regionen, auch wenn die Anschlüsse nominell die gleiche Leistung haben sollen. Gerade wenn man nicht immer voll tanken muss, zeigt sich Stromtanken dem herkömmlichen Tanken fast gleichwertig. Vor allem aber ist die Bedienbarkeit der Zapfsäulen ein Gedicht. Wenn man sich wie wir vorher bei der Fastned-App registriert und seine Kreditkarten-Daten hinterlegt hat, macht die App fast alles automatisch. Ein kurzer Klick auf Start an der Säule, dann steckt man das Ladekabel ins Auto und öffnet auf dem Smartphone die Fastned-App. Diese erkennt über das GPS automatisch, an welcher Station man sich befindet und fragt nur noch nach der Säulennummer. Sobald die eingegeben ist, geht der Ladevorgang los. Nicht mal 2 Sekunden dauert dabei die Übertragung von Handy zur Säule, das ist mehr als beeindruckend. 

Interessant ist noch der Hinweis, dass die Säulen von ABB, einer in Deutschland vertretenen Firma, stammen – in Deutschland aber noch kaum jemand das geniale Konzept auch anwendet. Fastned hat bereits angekündigt, nach Deutschland expandieren zu wollen, aber noch ohne Zeitangabe. Warum nicht der ehemals staatliche Quasi-Monopolist Tank+Rast das System flächendeckend an deutschen Autobahnen anbietet, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

#i3tour – Ein Hurra auf Fastned

Update 4. April: Jetzt mit Foto…

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Den Stau auf der A3 haben wir gut überstanden, aber danach wurde es nochmal richtig brenzlig. Unsere erste Ladestation in Holland befand sich in Didam, gleich hinter der Grenze. Aber was wir nicht gecheckt hatten, war auf welcher Seite der Autobahn die Station wirklich liegt – natürlich auf der entgegen gesetzten Seite, wir mussten also eine Schleife drehen und zurück kommen.

Außerdem hatte der immer heftiger werdende Wind auf der holländischen A12 uns massiv Reichweite gekostet. Eigentlich wären wir mit etwa 30km Restreichweite angekommen, am Ende waren es dann glatte 3km.

Während wir also schon in leichter Sorge ob der Reichweite waren, mussten wir auch noch auf GoogleMaps per Satellitenbild nach der konkreten Lage der Station suchen – was ein Nervenkitzel.

Die Ladestation selbst aber war ein absoluter Traum. Zwar posten wir jetzt mal noch keine Fotos, sondern hoffen auf das WLAN im Hotel, aber du lieber Himmel, sind die Stationen schick. Auf dem Parkplatz eines normalen Autobahnrastplatz gelegen bietet FastNed 4 Ladestationen an, 2 mal die normalen Typ2-Stecker, einmal ChaDeMo für Japaner und einmal unseren CCS-Stecker. Die Geschwindigkeit soll 50Kw betragen, genau wie bei den deutschen Ladestationen von BMW. Tatsächlich war die Station die bisher schnellste, wir sind bereits nach nicht mal 30 Minuten wieder mit 112km Reichweite auf der Spur.

Die nächste Station auf unserer Route ist 117km weg, wir werden also auf etwa halber Stecke nochmal einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Auch wenn wir dafür wieder auf die Gegenseite der Autobahn müssen, die zusätzliche Sicherheit ist es uns wert.