Echtes Brot

Malte Krohn,

Vor einigen Monaten hatte die ZEIT ihre Leser dazu aufgerufen, über ein Online-Formular empfehlenswerte Bäckereien zu nennen, in denen noch jeden Morgen frisch gebacken wird. Mehr als 15.000 Menschen haben sich an der Aktion beteiligt und ihre Lieblingsbäckereien genannt. Aus den Einreichungen ist nun eine Deutschlandkarte entstanden, auf der 2.516 Bäckereien zu finden sind.

“Wenn die Bäcker überleben sollen, müssen sie wiederentdeckt werden, im wörtlichen Sinne. Viele wissen nicht, wo es eine Bäckerei gibt, die noch selber backt. Ich selbst habe zwei Bäckereien in meinem Viertel jahrelang übersehen. Fallen oft ja kaum auf im Stadtbild, die Bäckereien. Um sie zu finden, haben wir unter Mithilfe von mehr als 15.000 Lesern eine interaktive Karte erstellt. Hier finden sich Bäckereien, die die Leser empfehlen. Wer das Backwesen in Deutschland erhalten will, sollte dort einkaufen.” (Quelle: zeit.de)

Dazu passt übrigens auch mein genau ein Jahr alter Blogpost “Brot ist viel mehr!”.

Das Comeback des Wasserstoffs

Christian Jung,

Wasserstoff als Antrieb für Automobile war schon mal in den 90er Jahren ein großes Thema. BMW testete ziemlich lange und sogar einigermaßen erfolgreich seinen Hydrogen 7 – einen Oberklasse-BMW, der im umgerüsteten Ottomotor Wasserstoff verbrannte. Danach wurde es ruhig um die Technik. Nur in Japan, so schien es, ging die Entwicklung weiter. Und so kommt Toyota nun mit dem ersten Serien-Wasserstoffauto auf den Markt. Der “Mirai” ist dabei nichts anderes als ein Prius, der statt Benzin für seinen Verbrenner Wasserstoff für seine Brennstoffzelle tankt. Und sieht dabei äußerst seltsam aus. Aber: Immerhin die Serienreife. Spiegel ONLINE schreibt:

Obwohl die Limousine 1,9 Tonnen wiegt, geht es zumindest im Power-Modus flott zu. Immerhin leistet der aus dem Prius übernommene Elektromotor 155 PS und schickt bis zu 335 Nm Drehmoment an die Vorderräder. Vom Eco-Modus jedoch sollte man besser die Finger lassen. Ist der aktiviert, reagiert das Gaspedal so träge, als hätte man einen platten Fußball darunter geklemmt. Der Mirai ist auf den ersten Blick ohnehin so öko, dass es den Eco-Modus gar nicht braucht: Emissionen sind kein Thema, und anders als bei einem Elektroauto gibt es mit der Brennstoffzelle kein Reichweitenrisiko.

Volle Tanks reichen für 500 Kilometer, sie sind danach in weniger als fünf Minuten wieder gefüllt – wenn denn eine Wasserstofftankstelle vorhanden ist. In Deutschland könnte das schwierig werden, bislang gibt es erst rund ein Dutzend. Und natürlich spielt bei der Umweltbilanz auch die Produktion des Wasserstoffs eine Rolle: Für die Herstellung wird viel Energie benötigt. Stammt diese nicht aus regenerativen Quellen, ist der Öko-Vorsprung dahin.

Interessant gerade auch aus Sicht von BMW, denn die haben in den letzten Monaten enge Beziehungen zu Toyota aufgebaut und man munkelt bereits von einem Wasserstoff-betriebenen BMW i5. Aber auch Audi, in den letzten Jahren nicht unbedingt mit Vorsprung durch Technik aufgefallen, überrascht mit Wasserstoff:

Im Brennstoffzellen-Betrieb benötigt der A7 Sportback H-Tron Quattro rund ein Kilogramm Wasserstoff auf 100 Kilometer – der Energieinhalt entspricht dem von 3,7 Liter Benzin. Das Tankvolumen macht eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern möglich. Ein Betankungsvorgang dauert nur rund drei Minuten. Die Tanks, die unter dem Gepäckraumboden, vor der Hinterachse und im Kardantunnel untergebracht sind, können etwa fünf Kilogramm Wasserstoff unter 700 bar Druck speichern. Zusätzliche Reichweite von bis zu 50 Kilometern ermöglicht eine 8,8 Kilowattstunden fassende Batterie, die sich über Rekuperation, alternativ auch an der Steckdose (Ladedauer zwischen zwei und vier Stunden) aufladen lässt.

 Man höre und staune: Ein Plug-in-Hybrid mit Wasserstoff. Die Idee klingt vielversprechend, die Technik ist in weiten Teilen schon vorhanden. Wenn nur die Preise (siehe dazu obiger Spiegel ONLINE Link) und die wenigen Tankstellen nicht wären.

Ein typischer Bahnstreik-Bericht

Malte Krohn,

Große Freude für alle Bahnfahrer. Die GDL beendet ihren viertägigen Ausstand bereits heute Abend um 18 Uhr und vermiest damit doch nicht allen Pendlern den Start die in die kommende Woche. Trotzdem wird das Thema vermutlich auch in den nächsten Tagen noch die Fernsehberichterstattung dominieren. Extra 3 hat deshalb einen untypischen typischen Bahnstreik-Bericht veröffentlicht:

Wo steht Netflix?

Christian Jung,

Seit gestern ist Netflix, quasi der Erfinder des (legalen) Video-Streamings, auch in Deutschland angekommen. Die Berichte häufen sich schon, daher will ich hier keinen ausführlichen Vergleich zwischen Netflix und den Konkurrenten Watchever und Amazon anstellen, sondern einfach ein paar Gedanken zum Streaming-Markt notieren:

  1. Der größte Feind der Streaming-Seiten ist nach wie vor die Filmindustrie selbst. Klingt absurd? Dabei ist die Filmindustrie für einige der größten Schwächen aller Streaming-Anbieter verantwortlich. Sie beharrt auf Silverlight als Abspielplattform auf Computern – angeblich kann man nur damit seinen wertvollen Inhalt absichern, auch wenn das Plugin kontinuierlich zu Abstürzen neigt und mit Ressourcen umgeht wie CorelDraw– sie nimmt Inhalte nach bestimmten Zeiten wieder offline und es liegt ebenfalls nur an der Industrie, wie lange es nach Kinostart dauert, bis ein Film auch legal gestreamt werden kann.
  2. Als Nutzer von gleich zwei AppleTVs im Haushalt war es für mich sehr beruhigend, dass neben Watchever auch Netflix es geschafft hat, gleich zum Markstart in Deutschland auf der ältesten aller Set-Top-Boxen zu erscheinen. Amazon, die vor einigen Monaten mit Macht in das Streaming-Geschäft drückten, kann das bis heute nicht behaupten. Dabei will ich im Wohnzimmer keinen Laptop am Fernseher anschließen oder mühsam mit dem Handy über AirPlay streamen – wenn ich doch die passende Box gleich angeschlossen habe. Für mich ist das AppleTV (und mit Abstrichen der Chromecast) die einzig legitime Abspielvariante, die es in die Masse der deutsche Wohnzimmer schaffen kann. Allein das macht es übrigens spanned, was Apple für die Zukunft noch im Köcher hat.
  3. Auch wenn Netflix sehr spät ins deutsche Geschäft eingestiegen ist, könnte es meinem Eindruck nach immer noch reichen, um die Mitbewerber zu überholen. Warum? Nun, weniger aus eigener Stärke – auch wenn ich das Angebot nicht so erbärmlich finde, wie andere – sondern aus Schwäche der Mitbewerber. Sky ist für mich ein Nischenprodukt, Watchever steht angeblich wegen Unprofitablität zum Verkauf (Netflix, das wäre doch ‘was?) und Amazon, naja, scheint nicht so richtig zu wollen. Beim Versandriesen hat man scheinbar in der Chefetage entschieden, Streaming nach vorn zu bringen, aber dann folgt wenig hinterher. Jeder Prime-Kunde ist jetzt automatisch Streaming-Kunde, aber das Angebot verharrt seit Wochen auf dem gleichen Stand. Über das AppleTV hatten wir schon gesprochen und dann ist da noch die Sache mit der Bedienoberfläche. Filme finden, sich überhaupt bei Amazon Prime Instant Video (dieser Name…) zurecht zu finden, ist nicht gerade einfach. Alles Dinge, die Watchever (faktisch) und Netflix (vermutlich) besser machen.

Ich habe jedenfalls erstmal den Testmonat bei Netflix abgeschlossen, nutze die Gelegenheit, um endlich House of Cards umsonst schauen zu können und werde nach einem Monat mindestens eine der Plattformen rausschmeißen. Welche es sein wird? Im Moment steht Amazon ganz oben auf der Liste…

3D-Drucker im Autobau

Christian Jung,

Auch wenn 3D-Drucker bei noch kaum jemandem im Alltag angekommen sind, setzt zumindest ein Autohersteller in der Fertigung auf Werkzeuge aus diesen Geräten. Opel berichtet:

Rüsselsheim.  Es klingt nach Zukunftsmusik, ist aber längst Arbeitsalltag bei Opel: Montagewerkzeuge aus dem 3D-Drucker werden im Produktionsprozess immer wichtiger. Das sechsköpfige Team um Virtual Simulation Engineer Sascha Holl druckt in Rüsselsheim Montagehilfen aus Kunststoff, die europaweit in der Fertigung genutzt werden. Erstmals kommen die in der Produktion schnell herstellbaren Hilfsmittel bei der Montage des ADAM und des neuen ADAM ROCKS in Eisenach zum Einsatz. Und damit soll noch lange nicht Schluss sein: Die Opel-Experten prophezeien den Elementen aus dem Drucker eine zunehmend wichtigere Rolle. „In Zukunft werden immer mehr 3D-Montagewerkzeuge in den Produktionsprozess integriert werden“, sagt Sascha Holl.

Mehr in der Pressemitteilung.

Pong mit Autos

Christian Jung,


Beim diesjährigen Wörthersee-Treffen, eine Art Klassentreffen der Autoverrückten vor allem rund um alle Volkswagen, hat SEAT eine nette Idee umgesetzt: Den Spiele-Klassiker Pong, man erinnert sich – zwei Schläger links und rechts, ein Ball in der Mitte – wird hier mit zwei SEAT Ibiza gespielt. Fährt das linke Auto vor oder zurück, bewegt sich der Schläger des Spielers entsprechend, genau so rechts. Wiedergegeben wird das alles über eine Leinwand vor den Autos. Klingt nach Spaß!

Bild: motor-talk.de

Ich bin mal wieder unterwegs

Malte Krohn,

Morgen geht es los, ich starte ein neues Reiseprojekt. Nicht zum ersten Mal werde ich über mehrere Tage hinweg mit der Bahn quer durch Deutschland unterwegs sein. Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich beispielsweise eine Woche ohne konkretes Ziel durch die Republik gefahren.

Dieses Mal versuche ich mich im Groundhopping, fahre fünf Tage durch die Gegend und werde dabei so viele Sportveranstaltungen wie möglich besuchen. Von meinen Erlebnissen berichte ich auf bahnlotto.de.

Meine “Tweets des Monats” 3/2014

Malte Krohn,

Hier noch auf die Schnelle eine Auswahl der von mir im vergangenen Monat favorisierten Tweets:

(mehr …)

Warum Sky immer noch nicht im Web angekommen ist

Christian Jung,

Es scheint, die Geschichte von Sky oder vormals Premiere ist gespickt von verpassten Chancen, von Marktführerschaft, auf der man sich ausgeruht hat. Wenn man sich zurück erinnert, welche Rolle Premiere noch Anfang des Jahrzehnts gespielt hat, kann man sich nur schwer vorstellen, dass der Markt für Video-On-Demand heute nicht von Premiere/Sky dominiert wird, sondern von Watchever, Maxdome und Amazon. Hatte nicht Premiere die Zuschauer dazu erzogen, für besonders gute Inhalte auch zu zahlen? Dass das Internet seinen Siegeszug antrat und Bandbreite nicht mehr nur noch über Kabel und Satellit ausreichend für Videoübertragungen ist, hat man in Unterföhring ganz offensichtlich nicht mitbekommen. Denn hätte man es, die eben genannten marktdominierenden VoD-Anbieter gäbe es heute nicht in der Form.

Immerhin, es gibt mittlerweile Sky Go, damit man nicht mehr an den Decoder gefesselt ist:

“Der Pay-TV-Sender Sky schaltet seinen On-demand-Dienst Sky Go für alle Abonnenten frei. Bislang konnte der Dienst nur mit bestimmten Abonnements genutzt werden, ab März steht er allen Sky-Kunden kostenlos zur Verfügung. Nutzer können dann Inhalte wie Sport, US-Serien und Hollywood-Blockbuster jederzeit abrufen – sogar unterwegs auf Smartphone und Tablet-PC.”

Doch auch Sky Go ist nur mit einem normalen Sky Paket erhältlich. Man kann über Sky Go keine Pakete einzeln buchen, keine Filme gegen Bares schauen – es ist nur ein mobiler Zugangsweg zu den ohnehin verfügbaren Inhalten. Und damit ist man an Pakete gebunden, die für den ein oder anderen Nutzer einfach zu groß gepackt sind. Wer Formel 1 schauen will, muss auch für Golf und Tennis bezahlen. Wer Action-Filme mag, kauft sich gleich noch Zeichentrickfilme für jeden Tag dazu.

Machen wir’s an einem konkreten Beispiel noch deutlicher, warum Sky die Möglichkeiten des Internets noch nicht verstanden hat:

  1. Es ist Dienstag nachmittag, heute Abend läuft das Champions-League-Spiel von Borussia Dortmund gegen Real Madrid
  2. Du hast das Hinspiel gesehen, weil es im Free-TV lief. Das Rückspiel könnte mächtig spannend werden, Dortmund muss 4 Tore schießen, um weiter zu kommen. Also:
  3. Versuchst du herauszufinden, wie du auch dieses Spiel ansehen kannst. Und siehe da: Die Lizenzen liegen bei Sky. In Deutschland gibt es so gut wie keine andere Möglichkeit, das spiel zu sehen.
  4. Fragen wir doch mal bei Sky nach:

Sky könnte zahlreiche neue Kunden erreichen, wenn es Sky Go außerhalb der normalen Sky Pakete buchbar machen würde. Und idealerweise würde man die Pakete sehr fein streuen, bis hin zu einem einzelnen Spiel/Rennen/Film, das/den man einzeln bezahlen kann. Ich vermute ganz dreist, dass das nicht passieren wird.

Und im Gegensatz zum Film- und Serienmarkt kann Sky bei Bundesliga, Champions League und so weiter nichtmal von einer Konkurrenz bedroht werden, weil kein neuer Anbieter sich die teuren Sportlizenzen leisten kann. Aber ich lasse mich gern überraschen…

DJ-App für Spotify-Nutzer

Malte Krohn,

Bereits seit längerer Zeit bin ich begeisterter Spotify-Nutzer. Was mir bislang aber weitestgehend gefehlt hat, war die Möglichkeit in anderen Apps auf den Musikkatalog zugreifen zu können. Etwa in der großartigen djay-App von algoriddim. Für Hobby-DJs gibt es mit Pacemaker jetzt aber zumindest eine alternative iOS-App, die Spotify anzapft. Eine App mit einem minimalistischem und dadurch sehr interessantem Bedienkonzept. In der Grundversion ist die App kostenlos, die verschiedenen Funktionen lassen sich jedoch erst per In-App-Kauf aktivieren. App Store: Pacemaker