Warum ich Vimeo liebe?

Unter anderem wegen solchen Produktionen:

/via: @iam_jo

Delta Airlines fasst 22 virale Video-Hits zusammen

Es gab ja schon so manche Airline, die versucht hat, ihre Sicherheitsinstruktionen etwas aufzupeppen. Vor einiger Zeit machten beispielsweise ein Song von Virgin America oder ein Hobbit-Kurzfilm von Air New Zealand die Runde und entwickelte sich beide zu echten Hits. Allerdings könnte Delta Airlines das alles jetzt ziemlich in den Schatten stellen. Der gestern veröffentlichte YouTube-Clip hat bereits nach nicht einmal 24 Stunden knapp 1,3 Millionen Views. Der Titel ist hier Programm: „The Internetest safety video on the Internet“.

re:publica 2015: Vorträge von Alexander Gerst & Gunter Dueck

In diesem Jahr konnte ich nicht zur re:publica nach Berlin fahren, was für mich gleich doppelt schade war. Zum einen weil ich mich eigentlich schon gefreut hatte, endlich mal wieder einige Leute zu treffen, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Zum anderen weil ich schon gespannt auf die Vorträge von Alexander Gerst und Gunter Dueck war. Zum Glück kann man sich jetzt beide Vorträge nachträglich bei YouTube anschauen.

Reverse Engineering des BMW i3

Sandy Munro spart nicht mit Superlativen. Der i3 sei das „most advanced Vehicle on the planet“, mindestens so „revolutionary as the Model T was, when it came out“. In 4:33 erklärt er mit seinen Angestellten, wie der i3 aufgebaut ist und was daran besonders ist. Sehr lohnenswert.

#i3tour – Rückgabe und Rückblick

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Am Mittwoch ist meine Zeit mit dem i3 abgelaufen, zur Rückgabe habe ich ihn wieder bei ASW Wahl in Gießen abgeliefert. Stolze 2100km haben wir dem Stromer verpasst, fast die Hälfte seiner Laufleistung bei unserer Übernahme. Mit dem Verkäufer habe ich noch längere Zeit gesprochen und unsere Tour sowie die gesamte Zeit Revue passieren lassen, also will ich das hier auch nochmal nachholen:

Der i3 auf Langstrecke

Angesichts der Tatsache, dass es mit dem i3 Mit Range Extender ja das perfekte Vehikel für unsere Fahrt gegeben hätte, haben wir uns die Fahrt mit unserer Entscheidung auf rein elektrisches Fahren absichtlich schwer gemacht. Aber wir wollten eben testen, wie man mit einem Elektroauto, das eindeutig nicht für Langstrecke gebaut ist, Langstrecke fahren kann.

Unsere Tour hat der i3 erstaunlich gut gemeistert. Besser kann es ein Elektroauto wohl mit einer 22kWh-Batterie nicht machen. Die großen Schwächen, die uns begegnet sind, waren die im Schnelllade-Netz innerhalb Deutschlands. Zu unterschiedliche Zugangsberechtigungen, sinnlose Tore vor Ladesäulen bei BMW, flächendeckend fehlende Bezahlmöglichkeiten – weshalb für uns sämtliche Fahrten in Deutschland kostenlos waren – und natürlich schlicht zu wenige CCS-Lader. Spannend finde ich, dass das die gleichen Kritikpunkte sind, die es seit Jahren gibt – dabei gibt es mittlerweile genug Ladesäulen mit Wechselstrom. Das Laden mit 50kw Gleichstrom ist dagegen noch recht neu, aber offensichtlich haben die wenigen Anbieter auch nur bedingt aus den alten Fehlern gelernt.

Wie wir schon geschrieben haben, sehen wir hier große Chancen beispielsweise für Tankstellenbetreiber. Wenn sie jetzt investieren würden, könnten Sie den Markt komplett dominieren, für innovative Unternehmen wie Fastned gäbe es keine Chance. Das ist aber beileibe kein Politikversagen, sondern eines der Tankstellenbetreiber und Energieversorger. Nicht der Staat muss die Ladesäulen bauen, sondern die Leute, die damit Geld verdienen können. Das haben sie nur bisher nicht gemerkt.

Vor allem aber brauchen wir mehr Batteriekapazität. Und damit fordern wir, was die Hersteller schon längst angehen. Die Forschung nach neuen Batterietechniken läuft auch Hochtouren und bereits die nächsten Generationen der Elektroautos werden sich massiv steigern. BMW beispielsweise möchte die Reichweite des i3 bei der nächsten Generation verdoppeln. Und mit dem Power eDrive gibt es bereits einen Prototypen, der mindestens zu Tesla aufschließen kann. Bei allen anderen Herstellern außer BMW wird man für große Reichweiten vor allem über das Gewicht reden müssen. Der eGolf von VW hat eine vergleichbare Technik wie der i3, wiegt aber 300kg mehr. Für wirklich effiziente Energienutzung ist das einfach zu viel.

Der i3 im Alltag

Nach unserer Tour konnte ich den i3 noch zweieinhalb Wochen im Alltag nutzen und es ist tatsächlich ein ganz anderes Auto, wenn es in seinem realen Einsatzgebiet bewegt wird. Kurz- und Mittelstrecke schüttelt der i3 aus dem Ärmel. Er macht sogar Unmengen von Spaß, weil er gleich ab Start voll einsatzbereit ist, per Vorwahluhr oder Fernbedienung durchklimatisiert zieht er mit voller Power vom Stand weg. Warmfahren, wie bei Dieseln oder Benzinern, kennt der Elektromotor nicht. Von der Reichweitenangst befreit, genießt man auch endlich einmal höhere Geschwindigkeiten (154km/h bergab und mit Rückenwind), erfreut sich an elektrisch betriebener Heizung und Klimaanlage – neue Gefühle für Reichweitenmaximierer – und an jedem beherzten Tritt aufs Gaspedal. Zu Hause kommt der i3 dann wieder an die Steckdose und ist am nächsten Morgen voll. Wenn man nicht zu weit zu fahren hat, sieht man weder eine Tankstelle noch eine Ladesäule jemals aus der Nähe.

Und so ist auch mein persönliches Fazit auf die Frage, ob ich mir einen i3 vorstellen könnte, ein ganz simples: Nein. Natürlich ist es nett und angenehm, zum Einkaufen, zur Post, zum Arzt lautlos und für unvergleichlich niedrige Kilometerkosten zu düsen. Aber: Meine geschäftlichen Termine hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet kann ich mit dem i3 vergessen, da muss nach wie vor den Verbrennungsmotor bemühen. Gerade weil hier im strukturschwachen Mittelhessen die öffentlichen Verkehrsmittel keine wirkliche Alternative sind. Nur für die Kurzstrecken aber über 40.000€, wie bei unserem Testwagen, auf den Tisch zu legen, obwohl man gar kein zweites Auto braucht?

Wer sich für einen i3 oder jeden anderen Elektrowagen interessiert, sollte seine Faszination erstmal ausblenden und nur auf sein Fahrprofil schauen. Wer zum Beispiel jeden Tag 30-50km pendelt, ist ein idealer i3-Nutzer und braucht vermutlich nur zwei oder drei mal im Jahr ein anderes Auto, das er sich dann leihen kann oder sogar vom Hersteller gestellt bekommt. Wer dagegen einen Pendelweg von über 100km hat, oder überhaupt keinen aber viele lange Dienstfahrten, der muss schon ein großer Liebhaber von Elektromobilität sein und eine pralle Brieftasche haben, um sich den Spaß zu gönnen.

Nachsatz: Der i3 als Datenkrake

Bei der Rückgabe von Mietwagen ist es man ja gewohnt, seine Daten aus dem Auto zu löschen. Wenn man sein Telefon per Bluetooth verbunden hat, wird oft das ganze Telefonbuch übertragen. Und während mir das immer wichtig war, meine Kontakte nicht für jeden Nachmieter zu hinterlegen, staunt man selbst als Nachfolger schon oft, was noch so aufzufinden ist. Noch extremer fand ich die Erfahrung im i3. Zwar waren nach Abkoppeln des Telefons keine sichtbaren Kontakte mehr zu sehen, viel drastischer aber ein sehr versteckter Punkt im Navigationssystem. Ich zitiere einfach mal von bmwblog.com:

„My previous charging locations were still recorded, months after I used this loaner car. All I had to do is choose this entry and the car would direct me to my restaurant in Montclair, NJ. I could have also visited the homes of some of my fellow local i3 owners.

So as I headed out of the dealership I started the navigation system, and instead of entering the destination, I scrolled down to “Last Charging Stations” just to see if the addresses I charged at a few months back were still saved there. They were. My restaurant in Montclair and my home address were saved as destinations in the loaner’s nav system. Then, as I scrolled down the list I saw addresses of all my friends who live locally and drive i3s. Their names weren’t listed, but the navigation system stored the exact location of their homes – which I know because we are friends. Evidently they too had used this loaner i3 while their car was in for service. Since they charged the car at home, their addresses were recorded as “Last Charging Stations” and stored in the nav system. I erased all the entries that were addresses of the people I know, but I wonder how many of them realized they were leaving a record of where they live and charge for anyone who had the car after them to see.“

Der i3 speichert tatsächlich jede Ladestation, öffentlich oder privat. Ich konnte über die Anzeige nachvollziehen, wie unser Wagen seinen Weg von München bis an die Nordsee und wieder nach Mittelhessen gefunden hat, ich konnte auch meine eigene Adresse gleich mehrfach sehen. Es ist ein Unding, dass BMW bei Miet- und Vorführwagen nicht bei jeder Rückgabe automatisch ein Rücksetzen auf Werkseinstellungen durchführt, vor allem, da es diesen Punkt sogar leicht auffindbar im Menü gibt.

Und noch eine weitere schockierende Erkenntnis: Ich konnte den i3 über eine iOS-App fernbedienen, konnte seinen Ladestand überprüfen, wie lange er noch lädt, konnte seine Position orten, konnte ihn sogar hupen lassen oder auf- und zuschließen(!). Heute habe ich mal nachgeschaut und: Ich kann es immer noch. Ich weiß also, wo der i3 nach meiner Mietzeit hingefahren ist. Und wenn ich etwas öfter nachschaue, kann ich problemlos rausfinden, wo der Nachmieter wohnt. Und wenn ich dort hinfahren würde, kann ich von wo immer ich möchte das Auto aufschließen und mir gemütlich aus dem Innenraum mitnehmen, was ich möchte. Im Ernst, BMW?

#i3tour – Nachtrag: 178,3km Reichweite

Angestachelt von dem guten Wetter und einem erfreulich leeren Posteingang bin ich heute spontan auf Reichweitentour gegangen: Ich wollte einfach mal ausprobieren, wie weit ein i3 unter guten Bedingungen fahren kann und was passiert, wenn er am Ende ist. Inspiriert dazu hatte mich ein Versuch von motor-talk.de mit dem Tesla Model S. Der Tesla machte ab der Anzeige von 0km Reichweite noch ganze 20km, der Artikel ist eine Leseempfehlung wert. Der i3 jedenfalls verhält sich anders. Aber der Reihe nach:

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Nachdem die Reichweite am Anfang bei etwa 152km lag habe ich eine wunderbare Fahrt von Mittelhessen bis in die Wetterau gehabt, wo ich in der Nähe von Bad Vilbel bei 92,5km auf dem Tageskilometerzähler umgedreht bin. Während der Fahrt stieg und stieg die Reichweite, bis sie sich am Ende bei 160-170km einpendelte.

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Der erster Warnhinweis kam bei 20km Reichweite, ein zweiter, drastischerer dann bei 10km.

Auf den letzten Kilometern fuhr sich noch alles völlig normal. Erst einen Kilometer vor dem tatsächlichen Stopp nahm mir der i3 plötzlich die Leistung weg. Auf einer zweispurigen Bundesstraße ohne Standstreifen ist das nur bedingt angenehm. Die bisher volle Anzeige des rechten Halbkreises im Display verschwand komplett.

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Im Segelmodus konnte ich mich auf die nahe Abbiegespur retten und dann mit einem letzten, verzweifelten Impuls des i3 tatsächlich noch in die Nebenstraße fahren. Dort war dann bei 178,3km endgültig Schluss. Auch wenn der i3 noch Strom hatte, alle elektrischen Helferlein von Lüftung über Fensterheber bis zum Navi ließen sich noch bedienen, fuhr er keinen Meter weit.

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Mit etwas Hilfe konnte ich den i3 dann in die Werkstatt des örtlichen Opel-Händlers rollen, wo er jetzt am Haushaltsstrom nachlädt. Herzlichen Dank dafür an Opel Hoppmann in Dillenburg. In etwa 1 Stunde kann ich die restlichen 10km nach Hause antreten.

Fazit

Warum bin ich heute mit besagten 178,3km so viel weiter gekommen als auf den Etappen unserer i3tour? Vor allem dürfte das Wetter eine Rolle gespielt habe, bei fast 20° Außentemperatur heute mittag fühlen sich die Batterien deutlich wohler. Außerdem könnte das Gewicht von 2 Personen und Reisegepäck mehr ausgemacht haben, als wir dachten.

Trotz allem bin ich nicht an die 190km-Angabe von BMW heran gekommen. Kann das wirklich nur an den Winterreifen liegen, die der i3 noch aufgezogen hat? Sparsamer als ich heute kann man jedenfalls kaum fahren. Mein Verdacht ist, dass die 190km für echte Fahrer kaum zu erzielen, sondern nur ein Prüfstandswert sind. Dann mit 190km zu werben, finde ich etwas dubios.

#i3tour – Alle Tweets

Unsere Fahrt haben wir nicht nur hier im Blog, sondern auch ausführlich bei Twitter dokumentiert. Wer es verpasst hat oder nicht bei Twitter aktiv ist, kann sich im Kasten unten durch alle Tweets durchblättern, die unter unserem Hashtag #i3tour veröffentlicht wurden.


#i3tour – Es hat geklappt

Beim vorletzten Tanken in Göttingen hielten wir an einem großen Einkaufszentrum, auf dessen Parkplatz sich eine weitere frei verfügbare 50kw-Säule befand. Das Laden klappte wunderbar, wir mussten auch nur eine begrenzte Reichweite gewinnen, um es nach Kassel zu schaffen. Dazu haben wir auch gleich noch die Gelegenheit genutzt, uns die BMW Niederlassung in Göttingen anzusehen, wo ebenfalls eine 50kw-Säule sein sollte, die aber am Sonntag nicht erreichbar sei. Und tatsächlich, auch in Göttingen hat BMW die Ladesäule hinter ein Tor gebaut. Zwar war das Tor zufälligerweise an diesem Sonntag auf, aber verlassen sollte man sich darauf nicht.

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Besser hat es dann BMW in Kassel gemacht, wo auch die Fahrzeuge hinter einem Tor stehen, die Ladesäule aber auf einem frei zugänglichen Platz davor aufgestellt wurde. Hier luden wir bis auf 99%, da die letzte Etappe nach Gießen mit 120km die längste unserer Tour werden sollte. Wir hatten Glück, denn es wurde auch auch unsere effizienteste Etappe. Weiter waren es die guten Temperaturen, die uns halfen, aber auch das recht stetige Gefälle nach Gießen und eine sehr effiziente Fahrweise mit LKW-Windschatten sorgten dafür, dass wir mit einer kumulierten Reichweite von 141km (kurz zuvor waren es sogar mal 142km) in Gießen ankamen – mit noch 22km Reichweite auf dem Kombiinstrument. Für Malte war hier die Reise zu Ende, wir zapften nochmal 70% Akkuladung aus der 30kw-Säule der Gießener Volksbank und dann konnte auch ich den Nachhauseweg antreten.

Fazit

Wir haben es also geschafft, sowohl der Hinweg mit 518km als auch der Rückweg mit 538km wurde jeweils an einem Tag absolviert. Der i3 hat sich großartig geschlagen und ist ein sehr angenehmes Reiseauto. Die entspannte Art zu reisen, mit 90km/h und vielen Pausen, ist eine wirklich wohltuende Abwechslung auch zu unsrer sonstigen Fahrweise in Verbrennerautos.

Aber es gibt auch negative Seiten, denn ohne eine sehr detaillierte Planung und eine große Portion Glück hätten wir mindestens für die Rückfahrt 2 Tage gebraucht, ohne das tolle Angebot von Fastned in Holland auch für den Hinweg.

Woran liegt das? Nun, zum einen gibt es einfach noch zu wenige Schnelllader mit 20 oder sogar 50kw über den CCS-Anschluss. Fastned macht vor, was wir in Deutschland brauchen: Ein großmaschiges Netz an CCS-Ladern entlang der Autobahnen, ähnlich dem E.ON-Modellversuch von Berlin nach München. Für uns wäre es logisch, wenn das an den bestehenden Autobahn-Raststätten aufgebaut würde und von einer zentralen Stelle betrieben.

Zum anderen sind die bereits jetzt verfügbaren Ladesäulen oft schlecht, manches mal gar nicht erreichbar. Zu viele Anbieter mit unterschiedlichen Systemen wurden auf unserer Tour nur deshalb kein Problem, weil eben viele noch auf eine Zugangskontrolle und eine Abrechnung verzichten. Hätten wir wirklich für jede Säule vorher eine Registrierung abschließen müssen oder die Zahlungsmöglichkeiten erfragen, wäre der Aufwand der Vorbereitung noch weiter gestiegen.

Zusätzlich war die Reichweite des i3 deutlich geringer, als von BMW versprochen. Auf ihrer Internetseite werben die Münchner mit 190km Reichweite, erfahren haben wir maximal die oben genannten 142km – und dafür muss man sich schon sehr verbiegen und ein günstiges Streckenprofil haben. Realistischer waren 120-125km, wohlgemerkt immer noch ohne Lüftung oder gar Heizung und Klimatisierung. Wir sind konstant mit Schal und Wollsocken gefahren, um überhaupt in diese Region zu kommen. Wenn man komfortbetont reisen will, sollte man sich wohl eher auf 100km einstellen. All das wäre kein Problem, wenn es offen kommuniziert würde. Wir hatten mit unserer Vorabplanung nur Glück, weil wir schon von deutlich geringeren Reichweiten ausgingen. Hätten wir mit den 190km geplant, wären wir schon vor der ersten Station gestrandet.

Es soll wohl bereits ein Update für den i3 geben, das etwas mehr Reichweite verfügbar macht. Wie viel das genau sein wird, ist uns nicht bekannt. Vielleicht wird auch einfach nur die Berechnung der Reichweite besser, vielleicht hatten wir ja jetzt schon stets noch mehr Strom in der Batterie, als das Auto uns verraten hat.

Die Reichweitenberechnung ist übrigens nicht die einzige Schwäche des Autos, an vielen Stellen merkt man noch Schwächen in der Informationspolitik. So verrät das Display zum Beispiel nie, mit wie viel Leistung man gerade lädt oder wann man 80% erreicht haben wird. Das schaffen nur die großen 50kw-Säulen selbst. Auch über die iPhone-App kommt man nicht wirklich an mehr Infos. Viel gesprochen wurde seit Vorstellung des i3 auch über das Navigationssystem, das angeblich Reichweite und benötigte Ladepunkte selbsttätig kalkuliert. Das stimmt auch, wir konnten im Autohaus unser Ziel eingeben und erhielten eine korrekt wirkende Reisezeit. Aber wo das Auto laden wollte und was wir dafür berücksichtigen müssten, das verriert es uns nicht. Ohnehin kennt der i3 ja nur die BMW-eigenen Ladestationen oder die der Kooperationsparnter im ChargeNow-Projekt. Fastned zum Beispiel oder die  E.ON-Stationen waren ihm völlig unbekannt. Hier besteht dringender Nachholbedarf für BMW.

Uns ist natürlich bewusst, dass wir mit unserer Fahrt den Nutzungsrahmen des i3 überzogen haben, kaum jemand wird mit einem rein elektrischen Auto solche Touren fahren, meistens handelt es sich ja um Zweitwagen. Noch dazu gibt es den i3 ja auch mit einem Range Extender, der die Reichweite irgendwo in Richtung 300km verschieben soll (wie immer mit Vorsicht zu handhaben). Trotzdem wollten wir probieren, wie der i3 sich unter den Bedingungen schlägt, die man sonst an einem Verbrenner erwartet.

Die Antwort ist: erstaunlich gut, aber eben noch lange nicht perfekt. Wir freuen uns schon auf die kommenden Entwicklungen.

Abschließend noch ein kleines Video, das wir beim Ladevorgang in Kassel aufgenommen haben:

#i3tour – Auf gutem Weg

Nach dem Nervenkitzel in Bremen sind wir weiter auf gutem Weg. Das Wetter spielt und in die Karten, denn mit steigender Temperatur erhöht sich die Geschwindigkeit der Ladevorgänge ebenso wie die Reichweite. 

  

Geladen haben wir inzwischen in Bruchhausen-Vilsen und gerade im schönen Elze, beide Vorgänge klappten wunderbar. In Elze lagen zwar nur 20kw an, aber trotzdem hat der i3 mehr als 10kw in 40 Minuten gezogen, das ist nicht weit hinter den 50kw-Ladern.

  

Mit nur 30 Minuten Verzug trotz der Bremen-Odysee scheint sich unser Zeitplan zu bewähren. Als nächstes geht es nach Göttingen, bevor wir uns über Kassel nach Gießen durchschlagen. Die letzte Etappe hat es dann mit 120km nochmal in sich. 

#i3tour – Nervenkitzel inklusive

Pünktlich um kurz nach acht haben wir Neßmersiel heute Morgen verlassen, um uns auf den Weg Richtung Heimat zu machen. Bis zu unserem ersten Halt in Oldenburg lief alles entspannt. Die Straßen waren um diese Uhrzeit noch wie leer gefegt. Feiertagsbedingt konnten wir allerdings auch nicht energiesparend im Windschatten eines LKW fahren.

In Oldenburg angekommen haben wir den i3 noch ein letztes Mal an einer EWE-Ladestation angeschlossen. Am Typ2-Lader war allerdings erneut Geduld gefragt. Während wir den unfreundlichen und langsamen „Service“ eines Cafés in der Nähe genossen, hatte das Auto in 75 Minuten 32 Kilometer neu hinzugewonnen.

Mit 54 Kilometern im Akku haben wir uns auf die Reise ins 44 Kilometer entfernte Stuhr gemacht. Dort ist direkt neben einem Einkaufszentrum eine CCS-Schnellladestation zu finden. Am Samstag hatten wir extra telefonisch abgeklärt, ob wir an der, vom lokalen Energieversorger EON-Avacon aufgestellten Station laden können. Kein Problem, wie es hieß. Während wir uns also Stuhr näherten beschleunigte sich mein Puls allerdings kontinuierlich, da wir unterwegs trotz weiterhin sparsamer Fahrweise, Reichweite verloren hatten. Von daher waren wir beide froh, als wir endlich vor der Ladestation standen. Dann jedoch die Ernüchterung, wir bekamen nach der Aktivierung der Station nur Fehlermeldungen präsentiert. Der Ladestecker war verriegelt und ließ sich nicht mehr vom Auto lösen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Die Notfall-Hotline hat ganz besonders sinnvolle Sprechzeiten (Montag-Freitag, 9-17 Uhr). Erst die Notfalltaste, gab unser Auto wieder frei. Es blieb allerdings das Problem mit dem leeren Akku.

Zum ersten Mal haben wir in Stuhr übrigens einen anderen Elektroauto-Fahrer getroffen. Der Tesla-Fahrer, hatte im Gegensatz zu uns allerdings noch 100 Kilometer Reichweite und konnte einfach weiterfahren.

In unserer Verzweiflung sind wir mit den verbleibenden Kilometern zur nächsten BMW-Niederlassung geschlichen, die zum Glück noch in Reichweite lag. Dort stand die erlösende Ladestation allerdings wie schon befürchtet hinter einem Tor und ist nur wochentagsüber erreichbar. Doch zu unserem Glück, war ausgerechnet am Ostersonntag die Niederlassung geöffnet und der freundliche Wachmann, der uns das Tor öffnete, freute sich sogar, dass er mal sehen konnte, wie man einen BMW i3 lädt. Eine absolute win-win-Situation. Wobei wir wohl ehrlich gesagt doch etwas glücklicher und erleichterter waren, als er. So viel Glück muss man erstmal haben.

Nun geht es weiter zur nächsten Station nach Bruchhausen-Vilsen. Dort treffen wir erneut auf eine Avacon-Station. Hoffentlich haben wir jetzt mehr Erfolg.