Da der Twittwoch Rhein-Main dieses Mal auf der IAA stattfand war es naheliegend, dass sich thematisch alles rund um Social Media im automobilen Bereich drehen würde. Und so berichteten u.a. David Parkinson (Nissan Europe), Alexander Lengen (Opel Deutschland) sowie Fabian Rangol (Renault Deutschland) von den Social Media Aktivitäten ihrer Arbeitgeber. In den Vorträgen und der anschließenden Diskussion ging es vor allem um die Frage, warum Automobilhersteller überhaupt im Social Web unterwegs sind und in welcher Form sie dies heute tun. Zur Sprache kamen dabei der Twitter-Account von Opel-CEO Karl-Thomas Neumann (@KT_Neumann) und die Bahn-Opel-Renault-Liebesbrief-Geschichte bei Facebook. Gleich mehrfach wurde betont, dass Plattformen wie Twitter und Facebook ein großer Gewinn für die Hersteller, aber auch für die Kunden seien. Ein klassisches Verkaufsgespräch in 140 Zeichen wäre dann aber eher doch die Ausnahme.

Twittwoch auf der IAA

Das wollte ich genauer wissen, kann man ein Verkaufsgespräch in 140 Zeichen führen? Bzw. funktioniert ein Erstkontakt über Twitter? Denn immer wieder mal habe ich es bereits erlebt, dass gerade große Konzerne auf Fragen bei Twitter mit schlecht zusammengefassten PR-Phrasen antworten. Deshalb hatte ich noch auf der Bahnfahrt nach Hause die Twitter-Accounts der großen Autmobilhersteller rausgesucht, um einen Test durchzuführen.

Und so ging am darauffolgenden Abend gegen 23:20 Uhr ein Tweet an eine ganze Reihe von Automarken raus. Meine Frage an die Hersteller: Warum soll ich ein Auto der angesprochenen Marke kaufen? Eine Frage, die ein Kunde so auch durchaus beim ersten Besuch eines Autohauses stellen könnte.

Eigentlich wollte ich schon das iPad weglegen und ins Bett gehen. Doch zu meiner Überraschung dauerte es kaum fünf Minuten und ich hatte die erste Antwort auf dem Bildschirm. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Eine Minute später antwortete auch BMW.

Und auch bei Audi scheint es keinen Feierabend zu geben oder das Social Media Team war noch auf einer der IAA-Partys unterwegs.

Zumindest die anderen Hersteller hatte ich anscheinend nicht in Ihrer Nachtruhe gestört und erhielt die nächste Antworten am kommenden Vormittag.

Von den elf angeschriebenen deutschen Twitteraccounts hatten damit immerhin sieben geantwortet. Keine Antwort erhielt ich bislang von Opel, Citroen, Fiat und Seat.

Da ich in der Zwischenzeit rausgefunden hatte, dass auch einige Hersteller bei Twitter nur mit Accounts für den US-Markt vertreten sind, verschickte ich am Freitagmittag auch noch mal sieben Tweets an Hersteller mit lediglich englischsprachigen Accounts.

Hier antwortete Volvo am schnellsten.

VW antwortete gleich zwei Mal, zeichnete sich aber vor allem dadurch aus, dass sie sich meinen Twitteraccount anscheinend angeschaut hatten und mit einem Handball-Tweet antworteten. Auch wenn ich ja mehr Handball schaue, als dass ich es selbst spiele.

Keine Antwort erhielt ich bislang von Mercedes-Benz, Peugeot, Honda, Porsche und Smart. Aber mal schauen, vielleicht bekomme ich ja noch Antworten zu Beginn der kommenden Woche.

In jedem Fall zeigt sich, der Kontakt mit potentiellen Kunden kann auch in 140 Zeichen funktionieren. Es waren durchaus ein paar schöne und kreative Antworten dabei, die mich neugierig gemacht hätten, wenn ich gerade wirklich auf der Suche nach einem neuen Auto wäre. Aber vielleicht schicke ich dann im nächsten Jahr noch mal ein paar Tweets raus.

Solange schaue ich jetzt erst einmal, was mir die Bahn antwortet.

**Update: 21.09.2013, 21:17 Uhr

Und da ist auch schon die Antwort der Bahn.

** Update: 24.09.2013, 20:23 Uhr

Heute hat sich dann noch Chevrolet gemeldet.