Warum ich mich gegen digitalSTROM entschieden habe

Es war schon beeindruckend, mit digitalSTROM endlich ein Systems kennen zu lernen, das eine Hausvernetzung schon in der Struktur so intelligent anlegt, dass man nicht so bald wieder auf systembedingte Grenzen stoßen dürfte. Trotzdem habe ich mir nicht digitalSTROM in die Wohnung geholt, sondern dass RWE SmartHome-System. Warum?

  1. Der Sinn. Am meisten begeistert hat mich bei digitalSTROM die Koppelung von Aktionen. Klingelt es an der Tür, blinken alle Lampen im Haus, die Musik geht aus und wenn der Staubsauger oder der Mixer läuft, machen wir den eben auch noch kurz aus. Das klingt wie ein Traum. Aber ich habe gar kein Klingel, bei mir klopft man einfach an die Tür. Ob ich dann einen Drucksensor für die Haustür brauche? Anderes Szenario: Man steht morgens auf, drückt den Lichtschalter neben dem Bett und digitalSTROM merkt, dass ich gerade aufstehe. Also fährt es alle Rollläden hoch (die bei mir nicht steuerbar sind), lässt die Fußbodenheizung im Bad warmlaufen (die ich nicht habe) und lässt die Cafissimo den Morgenkaffee machen (den ich nicht trinke). Natürlich ist das alles nett, aber spart man dadurch irgendwie merkbar Zeit? Erhöht es irgendwie merkbar meinen Komfort? Für viele Menschen wird das zutreffen, für mich nicht.
  2. Die Perspektive. Eigentlich ist es gerade die Perspektive, die digitalSTROM von vielen anderen Anbietern abhebt. Weil digitalSTROM ein offenes System ist, kann es sich mit jedem anderen System austauschen, wenn letzteres dies erlaubt. Für zukünftige Erweiterung stellt die Software von digitalSTROM schonmal kein Hindernis da. Und die Hardware ist sehr leistungsfähig, sodass ich mir auch dort keine Sorgen mache. Aber man fragt sich in der Mietwohnung doch, wo man mit Smart Home eigentlich hin möchte. Mieten ist ein Wohnen auf Zeit, Wohnen in fremden Eigentum, das zu erweitern und verbessern im Kern nicht meine Aufgabe ist. Wäre ich schon einiges älter und würde, wie man das hier auf dem Land eben tut, irgendwann ein Haus bauen, dann wird digitalSTROM mit Sicherheit ganz oben auf der Wunschliste stehen. Dann ließe sich beispielsweise die Photovoltaik-Anlage mit Großverbrauchern koppeln, ließ sich das Haus aufs Wetter und auf an-/abwesende Bewohner einstellen. Es macht einfach mehr Sinn, wenn’s dein eigenes ist, oder?
  3. Die Heizung. Der Ort, wo man selbst in der Mietwohnung richtig Geld sparen und den eigenen Komfort erhöhen kann. Je nach Tageszeit und Wochentag lässt sich die Heizungstemperatur exakt vorher bestimmen, beim Lüften schalten Fenstersensoren die Heizung kurz aus und wenn ich in den Urlaub fahre, drehe ich die Heizung auf ein Minimum – bringe ihr aber gleichzeitig bei, wann ich wieder nach Hause komme und dass es bis dahin warm sein sollte. Ja, Heizungssteuerung ist vermutlich im Moment der greifbarste, mir persönlich wichtigste Faktor. Aber: digitalSTROM kann (noch?) keine Heizungen steuern, da es sich ja auf Strom bezieht. Hier müssten also Geräte und eine Infrastruktur von Drittherstellern eingebunden werden. Die laufen aber dann sowieso schon alleine und ich brauche für die Heizung kein digitalSTROM mehr.
  4. Die Kosten. Bei RWE Smart Home (genauerer Bericht folgt) kann ich meine Heizung steuern und habe für 8 Heizkörper, 2 Fensterschalter und die Zentrale 250 Euro bezahlt. Okay, es war ein „Black Friday“-Angebot, aber auch normalerweise ist es nicht wesentlich teurer. 250 Euro sind aber nur ein Fünftel von dem, was ich bei digitalSTROM für die Grundausstattung hätte bezahlen müssen. So einfach ist das.

6 Kommentare

  1. Interessant dazu: Chaosradio Folge 196 ca. ab Minute 61.

    chaosradio.ccc.de/cr196.html

    • Spannend, ja. Darüber sollte man sich auch nochmal Gedanken machen. Bei mir lässt sich jetzt auf jeden Fall die Heizung fernsteuern/hacken und RWE weiß auch jede Menge darüber, wann ich wie heize. Bei Heizung komme ich noch gut damit zurecht, aber beim Strom wäre ich weit empfindlicher. Gerade mit digitalSTROM wäre es bis hin zum einzelnen Gerät erkennbar, wann wieviel Strom verbraucht wird.

  2. Hallo
    ich habe Homematic im Gebrauch und mußte letztens 3 Schaltaktoren austauschen, weil diese den Dienst einstellten. Suche jetzt ein neues System. Zudem ist die Programmierung von HomeMatic nur etwas für Technikfreaks. Nichts für Heimuser.

    • Ganz großartig ist die Bedienung von SmartHome auch nicht. digitalSTROM konnte ich leider noch nicht wirklich testen, außer einer kurzen Demo habe ich das System noch nicht live gesehen. Wie läuft denn Homematic sonst?

  3. Hallo,
    die Bedienung von Homematic geht, nur wenn man Abläufe schreiben will, muss man eben programmieren können.Ich denke, da werden alle Systeme Schwachstellen haben.

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