RWE SmartHome vorgestellt

2013-12-04-15.07.44-HDRSeit etwas mehr als zwei Wochen habe ich jetzt eine Heizungssteuerung über das RWE SmartHome-System. Zeit, das System und seine Stärken wie Schwächen etwas genauer vorzustellen. Worum geht es also: RWE bietet unter dem Namen SmartHome eine Haussteuerung an, die auf der HomeMatic von eQ-3 basiert. Man braucht nur etwas genauer hinzuschauen, schon sieht man die Ähnlichkeiten. Ganz gleich sehen sie aber nicht aus, denn RWE hat sich offensichtlich mehr Mühe bei dem Design der Hardware gegeben. SmartHome kann weit mehr als nur die Heizung steuern, konkret lässt sich auch nahezu jedes Strom-nutzende Gerät über Zwischenstecker oder neue Schalter ansteuern. Dabei bleibt SmartHome technisch um Längen hinter digitalStrom zurück. Warum, das werde ich am Ende nochmals aufnehmen. Für mich war vor allem der niedrige Preis Ausschlag gebend. Für einen Anschluss meiner kompletten Heizung – das sind 8 Heizkörper und 2 Fenster, die regelmäßig zum Durchlüften geöffnet werden – hat mich das RWE System am „Black Friday“ nur 250 Euro gekostet. Da bin ich sogar bereit, nach einer gewissen Zeit auf ein komplett anderes System zu wechseln, falls die Unzufriedenheit wächst.

Das Thermostat mit Thermometer und Luftfeuchtigkeitssensor

Das Thermostat mit Thermometer und Luftfeuchtigkeitssensor

Schauen wir uns mal die Komponenten an: Das Herzstück meiner Einrichtung ist der Thermostat, der sehr leicht gegen die vorhandenen Thermostate zu tauschen ist. Eine große Zange (Wasserpumpenzange, Engländer) schadet sicher nicht, aber dann ist es leicht. Man setzt den Thermostaten auf und legt die 3 Mignon-Batterien ein. Dann wacht er auf und lässt den eingebauten Elektromotor komplett vor und zurück fahren, um den Bewegungsspielraum des Ventils zu erlernen. Außen befindet sich ein großes Drehrad, mit dem man die Temperatur einstellen kann, darüber ein Knopf zum Umschalten zwischen automatisch (steuert den ganzen Raum mit) und manuell (steuert nur diesen Heizkörper).

_MG_9505Neben dem Thermostaten besteht SmartHome erstmal aus der Zentrale, die bei mir im Flur aufgestellt und per LAN-Kabel mit der Fritz-Box verbunden ist. Bevor man irgendetwas nutzen kann, muss man diese Zentrale auf der Online-Plattform registrieren. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Systemen, koppelt RWE sein SmartHome ziemlich nah an die eigenen Server. Das ist ein großer Nachteil und wird viele Anwender stören, zum Beispiel aus der Perspektive Datenschutz oder Komfort.

_MG_9507Weiter gehören Fensterschalter zum Paketangebot. Das sind simple Magnetschalter, die mit einem Funkmodul ausgerüstet sind. Bisher sind es diese Fensterschalter, die am Schlechtesten funktionieren. Entweder verwechseln sie ihre Zustände und stellen die Heizung an, wenn das Fenster auf und aus, wenn das Fenster wieder zu geht. Oder sie übertragen nur bei jedem zweiten oder dritten Öffnen ein Signal. Über das SmartHome-Logo müsste ein Leuchten jedenfalls anzeigen, wenn eine Statusänderung übertragen wird – und diese LED bleibt oft dunkel.

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Als letztes kommt die Software dazu. Wie schon angedeutet, lebt SmartHome vom Internet. Man kann nicht einfach über eine bestimmte IP im eigenen Netzwerk auf die Zentrale zugreifen, wie man es von einem Router oder anderen Netzwerk-Geräten kennt. Man muss immer über die Online-Plattform von RWE gehen, wenn man eine Einstellung ändern will. Natürlich kann man zu Hause ganz friedlich an seinen Thermostaten verstellen, aber sobald man Einfluss beispielsweise auf die zeitgesteuerten Abläufe bekommen will, muss man online gehen. Für die Plattform setzt RWE Silverlight ein und damit ist eigentlich alles dazu gesagt, wie diese Plattform funktioniert. Langsam. Fehleranfällig. Unbefriedigend. Ähnlich geht es übrigens auch mit der iOS-App, die aber nur die Temperaturen regeln und keinerlei Einstellungen setzen kann.

Pro:

  • Sehr günstig im Vergleich zu anderen Systemen
  • Kann weit mehr als Heizung steuern (Strom, Schalter, Melder)
  • Erledigt die zeitgesteuerte Heizungsregelung zuverlässig
  • Ist im Haus sogar ziemlich schnell für eine funkbasierte Lösung

Kontra

  • Außerhalb des Hauses – und das heißt eben auch über den Laptop in der Wohnung – sehr langsam. Die Oberfläche genau wie die Datenübertragung.
  • Begrenzte Ressourcen, da über Funk arbeitend
  • Setzt Internetverbindung voraus und speichert (oder kann speichern) jede Menge Daten bei RWE
  • Bei Stromsteuerung keine genaue Identifizierung von Geräten, nur von Steckdosen

Was kann digitalStrom besser?

  • digitalStrom arbeitet über das Stromkabel. Das ist wesentlich schneller und ausbausicherer als über Funk.
  • digitalStrom hat den Server in meiner Wohnung. Dadurch greife ich innerhalb der Wohnung sehr schnell und außerhalb immer noch nicht wirklich langsam auf meine Einstellungen zu.
  • digitalStrom denkt in Szenarien und Logiken, kann also viel mehr viel besser verknüpfen.
  • digitalStrom kann Events aus dem Internet anbinden. Gewitterwarnung? Ok, dann machen wir eben die Rollläden hoch.

Fazit

Die Schlussfolgerung ist ganz einfach: Solange RWE sein SmartHome so billig anbietet, ist es aus Preis-Leistungs-Sicht die beste Lösung auf dem Markt. Allerdings sollte man sich schon vorher sicher sein, wie viel man damit erreichen will und dann konkret abgleichen, ob das möglich ist. Anders als bei e-Q3 oder digitalStrom weiß man ziemlich sicher, dass man in Zukunft nicht mehr kann, als jetzt. Für die eigene Wohnung, wo man nur etwas Heizungskosten sparen und ein bisschen Komfort erhöhen möchte, ist SmartHome daher völlig ausreichend. Wenn man zum Beispiel ein Haus baut und dort vorausplanen möchte, dann sollte man gleich auf digitalStrom setzen. Kein anderes System ist so zukunftssicher.

Und gerade die Zukunftssicherheit ist bei SmartHome sehr wichtig. Denn ganz unter uns: Viele sinnvolle Anwendungen außer der Heizung sind mir bisher nicht eingefallen.

2 Kommentare

  1. Harald Hipel

    31.01.2015 um 12:52

    Hallo,
    bin gerade über die Ausführungen zu Digitalstrom und RWE-SmartHome gestolpert.
    Las ich da was von „offenem System“ bezüglich Digitalstrom?
    Wenn ich recht erinnere, sind beine Systeme proprietär, also man keinerlei Produkte anderer Hersteller in diese Systeme einbinden.
    Es wird auch der Eindruck erweckt, dass man nur die Wahl zwischen diesen beiden Varianten hat, wenn man sein Haus automatisieren will.
    Bei einem Mietobjekt macht das alles so wie so wenig Sinn. Aber bei einem Neubau gibt es vielfältige Möglichkeiten. Zu betonen sind die wirklich offenen Systeme, die mich nicht an einen Hersteller binden. Mit solchen Lösungen ist man über die gesamte Nutzungszeit auf der sicheren Seite. Also nicht am falschen Ende sparen. Für 250 € bekommt man eben auch nur eine dem entsprechende Leistung.

  2. Peter Lustig

    12.01.2016 um 10:56

    Heimautomatisierung im Mietobjekt ist meines Erachtens recht unsinnig.

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