Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass meine BahnCard 100 in der kommenden Woche schon wieder abläuft. Dabei habe ich doch gerade erst den Bericht über mein erstes Jahr mit der BahnCard 100 geschrieben. Wie dem auch sei. Nun ist also erneut der Zeitpunkt für einen kurzen Rückblick gekommen.

Auch in den vergangenen Monaten habe ich die Karte im Wochenalltag für die Fahrt zum Arbeitsplatz genutzt. Dazu kamen aber allerhand berufliche und private Fernfahrten, die ich in diesem Jahr einfach jeweils in einer to-do-Liste notiert habe. Nahverkehrsfahrten und die Nutzung des ÖPNV in anderen Städten habe ich erneut nicht dokumentiert. Das wäre dann doch zu aufwendig geworden.

Insgesamt komme ich in diesem Jahr auf Fernfahrten im Normalpreis-Wert von 3630,60 Euro. Allerdings wäre ich ohne meine BahnCard 100 in jedem Fall mit einer BahnCard 50 unterwegs und würden nur den halben Fahrtpreis zahlen müssen. Effektiv lande ich also bei 1815,39 Euro, die ich ausgegeben hätte, wenn ich im vergangenen Jahr mit normalen Tickets unterwegs gewesen wäre.

Die tägliche Fahrt zur Arbeit hätte mich mit IC-Aufschlagticket 2.742,90 Euro gekostet. Insgesamt betrachtet lande ich im Jahr 2014 demnach bei 4558,20 Euro. Die Anschaffungskosten von 4.090 Euro habe ich also wieder locker rausgefahren.

Mit Geld kaum zu bemessen ist allerdings die Freiheit und Flexibilität, die mir die kleine schwarze Karte erneut ermöglicht hat. Inzwischen denke ich schon gar nicht mehr darüber nach, wenn ich in einen Zug, einen Bus oder die U-Bahn einsteige. Auch deshalb sehe ich es schon kommen, dass ich irgendwann versehentlich zum Schwarzfahrer werde, wenn ich die BahnCard 100 mal nicht mehr habe.

Womit ich allerdings auch beim entscheidenden Punkt bin. Trotz der positiven Bilanz konnte ich mich noch nicht zu einer Entscheidung durchringen, ob ich die BahnCard 100 ein weiteres Mal verlängere oder auf ein Nahverkehrsticket umsteige. Mit Sparpreistickets für den Fernverkehr würde ich wahrscheinlich günstiger fahren, allerdings einiges an Komfort verlieren. Mit wenig Begeisterung erinnere ich mich an die viele Zeit die ich früher darauf verwendet habe, günstige Bahntickets rauszusuchen, um dann am Ende doch nur ein paar wenige Euro zu sparen.

Allerdings hat mich in den vergangenen zwei Jahren ein Umstand an der BahnCard 100 ganz besonders gestört: Im Gegensatz zum Nahverkehrs-Jahresticket lässt sich die BahnCard nicht vorläufig kündigen oder die Laufzeit unterbrechen. Im vergangenen Jahr war ich beruflich mehrere Wochen am Stück im Ausland und ärgerte mich deshalb darüber, dass meine Bahn-Flatrate in dieser Zeit ungenutzt weiterlief und mir nichts brachte. Kürzlich habe ich noch mal beim Twitter-Team der Deutschen Bahn nachfragt, ob man die BahnCard in solchen Fällen unterbrechen kann. Leider nein. Das Gespräch kann man hier nachlesen. Es gibt nur die Möglichkeit, seine BahnCard 100 als (teureres) Monatsabo abzuschließen, dann besteht die Möglichkeit, die BahnCard ab dem zweiten Laufzeitjahr auch vorläufig zu kündigen. Mit der jährlichen Zahlungsweise schaut man allerdings in die Röhre – selbst wenn man schon länger Kunde ist.

Ich werde also noch mal eine Nacht drüber schlafen, bevor ich mich entscheide.