2013-12-04-15.07.44-HDRSeit nun mehr als zwei Jahren habe ich eine Heizungssteuerung über das RWE SmartHome-System, das auf der HomeMatic von eQ-3 basiert. Das System ist mittlerweile gut eingespielt und im Alltag kaum noch zu bemerken. Und auch wenn es Schwächen hat (Die Steuerzeiten über das Internet sind zu lange, teilweise mehrere Minuten. Und: eingestellte 21,5° C treffen die Thermostate so gut wie nie, weil sie zu spät gegensteuern.) – für mich steht fest, dass ich Stück für Stück weitere Teile meines zu Hauses auf SmartHome umstellen möchte. Die nächsten Kandidaten sind Lichtschalter und Rollläden.

In den letzten zwei Jahren hat sich erstaunlicherweise nicht viel getan auf dem Markt der SmartHome-Systeme. RWE hat nichts aktualisiert oder neu veröffentlicht. Bei eQ-3 scheint auch noch alles beim Alten. Philips hat die HUE-Baureihe im Angebot, die aber nicht auf bestehendes Licht eingreifen, sondern nur neue Birnen anbieten kann.

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Doch eins ist passiert seit meinen SmartHome-Anfängen: Apple ist auf den Markt getreten und hat HomeKit vorgestellt. Was HomeKit ist, hat man drüben bei netzwelt.de so zusammen gefasst:

Die Antwort auf diese Frage liefert die Definition von Apple HomeKit quasi frei Haus, denn bei HomeKit handelt es sich streng genommen um das erste allumfassende Framework eines großen Anbieters für das smarte Zuhause. Ein Standard, der bislang fehlte und von vielen Early Adoptern schmerzlich vermisst wurde.

Apple bindet also mit HomeKit offene Schnittstellen an proprietäre Herstellerprodukte – ein wegweisendes Angebot, wie ich finde. Steuerbar ist das eigene Haus dann nicht zuletzt über Siri, der man morgens aus dem Bett schon befehlen kann, doch bitte das Licht, das Radio und die Kaffeemaschine anzustellen. Oder von unterwegs die Heizung früher hochzudrehen, wenn man es zeitiger nach Hause schafft.

Es ist also nur verständlich, wenn ich den nächsten Schritt meiner SmartHome-Optimierung eher in Richtung des neuen Standards verschieben möchte, als von dort weg. Also Zeit für eine Nachfrage bei den großen Anbietern.

Elgato zum Beispiel hat einiges für HomeKit im Angebot, bisher aber alles nur Überputz und damit wenig hübsch anzusehen. Per E-Mail angefragt bekomme ich folgende Antwort:

„Vielen Dank für die Mail an den Elgato Support. Wir starten gerade erst mit Eve und weitere Mitglieder der Eve Familie sind bereits auf dem Weg. Derzeit haben wir noch keine Schalter und Dimmer zur Unterputz Montage. Zu zukünftigen Produkten können wir zum aktuellen Zeitpunkt leider noch nichts sagen.“

Gut, probieren wir es bei RWE SmartHome:

Vielen Dank für Ihr Interesse an RWE SmartHome. Die Produktfamilie SmartHome wird unberührt bleiben bei der Umgliederung/Umstrukturierung. Eine Integration von Apple HomeKit ist zur Zeit nicht geplant.

Die angesprochene Umgliederung/Umstrukturierung bezieht sich auf den Mutterkonzern RWE und auch trotz der Versicherung, dass für SmartHome alles bleibt, wie es ist – bei einer Umstrukturierung weiß man eben nie. Schon die fehlenden Updates in den letzten Jahren zeigen, dass man sich bei RWE nicht unbedingt als Speerspitze der Innovation versteht.

Also blicken wir zum Hersteller, der für RWE das SmartHome umsetzt: Wird man dort vielleicht meine bestehenden Geräte integrieren und über Apple HomeKit ansprechbar machen?

Wir freuen uns, dass Sie sich für das von eQ-3 entwickelte RWE SmartHome System entschieden haben. Leider sind die Geräte von SmartHome nicht mit der Produktreihe HomeMatic kompatibel, da unterschiedliche Protokolle für die Kommunikation verwendet werden. Auch in naher Zukunft ist es nicht geplant, die Systeme miteinander zu vereinen. Wir entwickeln unsere Systeme stetig weiter und sind immer auf der Suche nach neuen Ideen, um sie zu verbessern oder auszubauen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir über neue Produkte erst dann sprechen, wenn diese für die Markteinführung bereitstehen.

Scheint nicht so.

Fazit

Das Problem, dass Netzwelt.de oben in seiner Diagnose geschildert hat, besteht immer noch: Kein einheitliches System, zu langsame Umsetzung, keine Innovation. Jeder Hersteller will sein eigenes Süppchen kochen, aber keiner bekommt das richtig hin.

Und Apple? Apple hat mit HomeKit die Brücken geschlagen, um genau diese Probleme zu umgehen. Aber seit der Vorstellung im letzten Jahr gibt es so gut wie keine Geräte, die wirklich einen Mehrwert über HomeKit erbringen. Noch dazu hat Apple ebenfalls für Verwirrung gesorgt. Denn erst hieß es, für die Fernsteuerung von unterwegs brauche man ein neues AppleTV. Mittlerweile ist angekündigt, dass das AppleTV als HomeKit-Basis durch die iCloud ersetzt werden soll – wie auch immer das genau funktionieren soll. Von reinen Ankündigungen aber wird kein Haus smart.