VW eUP: Der fast perfekte Einstieg in die Elektromobilität


Gemeinsam mit Christian hatte ich vor einigen Tagen die Gelegenheit einen VW eUP näher unter die Lupe zu nehmen. Und um ein Ergebnis schon vorab zu verraten: Der eUP könnte der perfekte Einstieg in die Welt der Elektromobilität sein, wenn da nicht der Preis wäre. Aber der Reihe nach.

Der erste wirklich positive Punkt fällt mir schon beim Einsteigen in das Fahrzeug auf. Obwohl die Akkus im Boden des Kleinwagen montiert sind, sitzt man recht tief, wodurch ich mit meinen 1,95 Metern erstaunlich viel Kopffreiheit habe. Zwar hatte ich den eUP schon im vorletzten Jahr auf der Hannover Messe ein paar Runden über einen Parcours gejagt, trotzdem bin ich wieder positiv überrascht. Sogar im Model S von Tesla geht es da für große Menschen enger zu.

Auch ansonsten fällt auf, dass sich der eUP im Innenraum nur unwesentlich von seinem Bruder mit Verbrennungsmotor unterscheidet. Selbst ein Zündschloss gibt es, was beim ersten Motorstart ein wenig verwirrt. Ist der Motor wirklich an?


Wir rollen vom Hof und weiter geht es mit der nächsten Besonderheit: Plötzlich hören wir doch Motorgeräusche. Huch! Im Fahrzeug ist das eSound-Paket eingebaut. Ein kleiner Außenlautsprecher simuliert Motorengeräusche, damit Fußgänger nicht vor das Auto rennen. Eine Sonderausstattung die in der Stadt Sinn macht, aber uns schon nach kurzer Zeit nervt. Auf das Geld würde ich schon mal verzichten.

Raus aus dem Dorf.
Auf der Landstraße macht der kleine Elektroflitzer eine richtig gute Figur. Trotz Frontantrieb ist die Kurvenfahrt angenehm und lässt Fahrspaß aufkommen. Das Drehmoment ist, wie immer bei Elektroautos, auch im eUP einfach wunderbar. Erst auf der Autobahn stößt das Fahrzeug an seine Grenzen. Dort kommt man zwar auch flott auf eine angenehme Reisegeschwindigkeit, dafür muss man das Pedal aber komplett durchtreten und der Beschleunigung sind schnell Grenzen gesetzt. Christian und ich stellen schnell fest, dass uns die Woche mit dem Tesla Model S  vermutlich langfristig den Wow-Effekt versaut hat.

Trotz der Schwäche auf der Autobahn bin ich überzeugt, dass sich der eUp auch gut als Pendlerauto schlagen würde. Im zähen Berufsverkehr sind Geschwindigkeiten über 130 km/h sowieso schwierig zu erreichen. Und bei einer effektiven Reichweite von 140-150 Kilometern wären mit einer Ladesäule am Arbeitsplatz auch große Pendlerstrecken kein Problem.

Positives zeigt sich auch beim Blick hinter den „Tankdeckel“. Unser Testfahrzeug ist mit CCS, also einem Schnelladesystem ausgestattet. Erfreulicherweiser gibt es dieses Extra bei VW für einen relativ geringen Aufpreis. Mit dem CCS-Upgrade lädt der eUP mit maximal 40 kW.

Mein Fazit nach der Testfahrt: Der eUP ist ein Auto, das Spaß macht. Wer maximal zu zweit unterwegs ist und keinen Wert auf Luxus legt, für den könnte der eUP das perfekte Elektroauto sein. Wenn da nicht der Preis wäre!
Um das Fahrzeug wirklich verkaufen zu können, müsste Volkswagen deutlich an der Preisschraube drehen. Mindestens 26.000 Euro werden für das Basismodell des eUP derzeit fällig. Selbst nach Abzug der Förderprämie bewegt man sich damit preislich deutlich über Renault ZOE und Citroen C-Zero, die bei etwa 18.000 Euro liegen. Knapp 34.000 Euro werden für einen BMW i3 fällig. Vom i3 ist der eUP allerdings in vielerlei Hinsicht weit entfernt. Würde sich der eUP auf dem Preisniveau von ZOE und C-Zero bewegen – würde ich den kleinen VW-Elektroflitzer tatsächlich als nächstes Fahrzeug in Betracht ziehen.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Autohaus Häuser in Pohlheim bei Gießen, die uns den eUP für unseren Test zur Verfügung gestellt haben.

3 Kommentare

  1. Soweit ich weiß muß man bei den Franzosen und Co. die Batterie mieten und hier wird sie mitverkauft. Daher hinkt der Preisvergleich leicht. Der E-Up kann unter Umständen sogar über die Laufzeit günstiger sein. Die Batteriemeite kann ja bis zu 159, – € / Monat betragen kann. Bereits nach 3-4 Jahren sieht die Rechnung dann doch gut aus für den E-Up.

    • Für Zoe muss man in der Tat noch die Batterie-Miete berücksichtigen. Der C-Zero von Citroen wird allerdings ohne eine monatliche Miete verkauft.

  2. Ah ja – super vielen Dank für die Info.
    Sehr lesenswerter Artikel.

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