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Von Moral und Terrorwohnzimmern

Nach den Anschlägen auf die Redaktion von Charlie Hebdo im Frühjahr ist der Terror wieder in Europa angekommen. Während ich die heutige Berichterstattung über die Absagung des Freundschaftsspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden verfolgt habe, sind meine Gedanken immer wieder abgeschweift und ich möchte zwei davon hier festhalten:

1. Sicherheit und Freiheit lassen sich nicht unbegrenzt abwägen

Schon kurz nach den Anschlägen in Paris fanden sich auf Twitter und Facebook Aussagen in zwei diametral entgegen gesetzten Richtungen: „Seht mal, die Franzosen haben die Vorratsdatenspeicherung und trotzdem hat es nichts geholfen“. Oder: „Wir sollten froh sein, dass es nicht schon längst zu Anschlägen gekommen ist, eben weil es kluge Sicherheitsmaßnahmen gibt“.

Die simple Wahrheit ist jedoch, dass das Eintreten eines Anschlages weder etwas über die Anzahl der verhinderten Anschläge verrät, noch über die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, die ihn möglicherweise verhindert hätten. Die Vorratsdatenspeicherungsbefürworter haben nie versprochen, dass alle Anschläge damit der Vergangenheit angehören. Ebenso wenig ist das andere Ende offen, niemand weiß, wie viele Anschläge mit Sicherheitsmaßnahmen zu beklagen wären, die sich innerhalb der von Datenschützern akzeptierten Grenzen bewegen würden. Weder würden nie wieder Anschläge passieren, noch würden wir bald mehr Anschläge als Lottoziehungen erleben.

Hat man einmal diese grundlegenden Begrenzungen der Argumentationen pro oder kontra Vorratsdatenspeicherung akzeptiert, kann man den Diskussionsrahmen wieder dorthin holen, wo er hingehört: Auf eine rein moraljuristische Ebene. Ist es richtig, die Daten von unbescholtenen Bürgern ohne Richtervorbehalt zu speichern – ja, oder nein? Nicht gemessen an den potenziellen Auswirkungen, sondern an ihrem Wert an sich.

2. Wir holen uns den Terror selbst ins Wohnzimmer

Verglichen mit den Anschlägen vom 11. September in New York leben wir in einer Welt, die vom Terror umgeben ist. Für uns ist Terror alltäglich geworden, nicht nur durch die reine Häufigkeit oder Nähe der Anschläge um uns herum – auch die mediale Aufbereitung von Terror hat ungekannte Maße erreicht. Dabei meine ich nicht mal die Berichterstattung von Attentaten, versuchten, verhinderten oder stattgefundenen. Nein, wir haben den Terror sogar in unsere Freizeit eingeladen, als lässigen Begleiter für den Sofaabend bei Bier und Kartoffelchips mit Serien wie Homeland, 24 oder Sleeper Cell, Filmen wie Batman – The Dark Knight Rises, der Mission Impossible Reihe oder den neueren James Bond Filmen . Es scheint, als hätten wir unterschiedliche Terrorszenarien zur Verfügung, je nach der Stimmung, in der wir gerade sind.

Damit man sich diese Entwicklung einmal bewusst macht, genügt ein Blick in die Zeit vor 2001, als Terror in der westlichen Hemisphäre noch kaum präsent war – wieder sowohl in tatsächlichen Ereignissen weit weg, als auch in der medialen Welt. Der ersten Mission Impossible Film hatte noch alte geheimdienstliche Fehden als Motiv, Terror gab es nur im Zuge der Abrüstungsbemühungen zwischen den alten Blöcken wie in Project:Peacemaker und bei James Bond bedrohten uns Kriege zwischen Nationen wegen falsch gedruckter Nachrichten.

Warum ich das ausführe? Nun, weil es mir selbst erst jetzt bewusst geworden ist, wie normal all der Schrecken für uns geworden ist. Wir sind regelrecht geübt in Mitgefühl und Empörung, im Facebook-Profil-Bild-ändern und Angst haben. Das sind alles gute und richtige Reaktionen, die aber jedenfalls bei mir von einer gewaltigen Abnutzung bedroht sind. Vielleicht insbesondere durch die selbst gewählte Dauerpräsenz des Terrors aus der fiktiven Welt. Was macht es noch für einen Unterschied, ob man bis morgens um 2 vor dem Fernsehen die Live-Berichte aus Paris verfolgt, oder ob man die neue Staffel von Homeland bingewatched?

Warum die Avengers das neue Science Fiction sind

Avengers_Age_of_UltronSuperheldenfilme. Es klingt immer ein bisschen nach Jungs und Mädchen, die nie richtig erwachsen wurden. Was soll auch tiefgründiges dabei herum kommen, wenn sich Halbgötter und Blechmänner herumschlagen, coole Sprüche und verwunderliche Outfits in einem Bombast aus Stahl, Geld und Explosionen über die Leinwand jagen?

Nun, in gewisser Weise sind die Comicverfilmungen der letzten anderthalb Jahrzehnte vielleicht die Weiterentwicklung dessen, was in früheren Zeiten fiktionale Literatur war. Während Stanislaw Lem und George Orwell in ihren fantastischen Werken (Obacht der Doppeldeutung) noch der Projektion in weit entfernte Zeiten bedurften, hat die Realität und ihre nahezu unbegrenzten Möglichkeiten längst den Nährboden geschaffen, auf dem Parabeln, Utopien und Dystopien wie im natürlichen Lebensraum gedeihen. Das hat zum einen den praktischen Nebeneffekt, dass der Unterhaltungswert für die Masse kompatible Werte erreicht, zum anderen ist der Deutungsrahmen der Autoren weitaus näher an den der Konsumenten gewachsen. Was für frühere Science-Fiction noch als fremd erschien, hat unser Alltag längst eingeholt.

Hier eine Warnung: Dieser Beitrag ist ein einziger, bedrohlicher Spoiler. Wer „Avengers – Age of Ultron“ noch nicht gesehen hat und dies noch möchte, sollte keinen weiteren Satz hier lesen, sich den Film zu Gemüte führen und erst dann zurückkehren.

Ein, wenn nicht sogar das beste, Beispiel dafür ist der jüngst auf BluRay und DVD veröffentlichte zweite Avengers-Film „Age of Ultron“. Ohnehin sind die Avengers ja diejenige Comicbuch-Verfilmungs-Reihe, die am ehesten die konzeptionelle und visuelle Überforderung der Originale auf die Leinwand bannt. Eine ausführliche Analyse des für mich bisher großartigsten Comicfilms würde jeden Rahmen sprengen – sollte einer der geschätzten Leser über eine solche stolpern, freue ich mich über Hinweise – einen Aspekt will ich aber zur Veranschaulichung der obigen These aufzeigen:

Während der letzte „Avengers“-Film auf eine außerirdische Bedrohung setzte, die geschickt das mythische Universum von Asgard mit der modernen Welt verband, setzt „Age of Ultron“ gewissermaßen auf hausbackene Mittel. „Ultron“ ist eine künstliche Intelligenz, geschaffen aus der kongenialen Kreativität von Tony Stark und Bruce Banner. Auch wenn als Gründungsmythos die Macht von Lokis Zepter benötigt wird, ist „Ultron“ doch nichts anderes, als die zerstörerisch überhöhte Logik der Selbsterhaltung, wie wir sie aus der Terminator-Welt in Form von Skynet kennen. Als Primärbefehl legen Stark und Banner ihrem Weltenretter den Gedanken ein, „Frieden in unserer Zeit“ zu erreichen. Ein Zitat des britischen Premiers Neville Chamberlain in der Zeit des „Appeachments“, dessen Aufarbeitung allein eines Artikels wert wäre. Und wie Skynet – oder auch Agent Smith in der Matrix, um noch einen weiteren Klassiker hinzuzuziehen – sieht Ultron die Bedrohung des Friedens in der Ambivalenz des Menschen selbst. Das ist nicht nur ein geschickter dramaturgischer Schachzug, allein die Häufigkeit der Motivverwendung in bisherigen Filmen zeigt die Reichweite und die Relevanz.

Denn im Kontrast zum letzten Avengers-Film erfordert die Realisierung von „Age of Ultron“ eben keine Einflussnahme von außerhalb (klammern wir das Zepter aus), kein kosmisches Übel, sondern einzig die menschliche Hybris: Der Mensch will überleben, will in Frieden existieren und kennt doch in seiner gesamten Geschichte weit mehr Auseinandersetzung als Kooperation. Und nie waren die Möglichkeiten dafür so realistisch wie heute. Wer weiß, wie weit wir von der Entwicklung der künstlichen Intelligenz mit all ihren Schrecken und Faszinationen entfernt sind, aber erst seit wenigen Jahren ist der Mehrheit der Menschen die technische Umgebung dafür so vertraut, dass sie in Filmen keiner Erklärung mehr bedarf.

Die Überlegung, die „Ultron“ wie auch „Skynet“ anstellen, ist eine nicht nur logische im Sinne von unwiderlegbarer Evidenz, sondern auch eine, die menschliches Handeln seit Urzeiten beeinflusst. Nicht erst seit gestern wissen wir über die Zerstörung unserer Umwelt und Lebensgrundlagen Bescheid, schon weit davor hat die Menschheit die Nachwirkungen des eigenen Zerstörungstriebes in kriegerischen Auseinandersetzung erfahren. Die Grundlage des „maschinellen“ Denkens ist recht simpel und kann mit einem Zitat von „Agent Smith“ erklärt werden:

„Es gibt noch einen Organismus auf diesen Planeten der genauso verfährt. Wissen sie welcher? Das Virus! Der Mensch ist eine Krankheit, das Geschwür dieses Planeten. Ihr seid wie die Pest.“

Und wer könnte in der Diskussion mit einem intelligenten Mechanismus schon eine stichhaltige Argumentation gegen den Gedanken vorbringen? Interessant an „Avengers – Age of Ultron“ ist aber nicht allein dieser, bereits im Film bekannte Gedanke, sondern die gleichzeitig mitgelieferter Beweisführung gegen den Ankläger.

In der finalen Schlacht um Sokovia verwenden die „Avengers“ nahezu ihre gesamte Ressourcen auf die Rettung der verbliebenen Bewohner, bevor sie sich der wirklichen Ursache des Problems widmen. Und während all der geistreichen Bemerkungen, all den Explosionen und waghalsigen Flugmanövern, erscheint eins völlig unabdingbar: Die mathematische Aufwägung von Kollateralschäden gegen einen Gesamtnutzen stellt für die „Avengers“ keine Option dar, nicht einer von ihnen ist bereit, die Zahl von Menschenleben zu beziffern, die sie für das große Ganze opfern würden. Seien es 2, 20, 200 oder 2000 Menschen, angetrieben von der möglicherweise historisch angehauchten Ethik ihres Kommandanten „Captain America“, der Verlust wäre für die „Avengers“ der Verlust ihres Erfolges. Natürlich ist es der cineastischen Prämisse geschuldet, dass dieser Idealismus nicht abgestraft wird, doch zugleich erfüllt er einen größeren Zweck: Er bildet die Vergleichsfolie von maschineller zu menschlicher Logik.

Man muss kein religiös empfindsamer Mensch sein, um die (wie in vielen anderen Science-Fiction-Filmen) stets präsente Anspielung auf das Göttliche wahrzunehmen. „Vision“ ist vielleicht das beste Beispiel, der aus der Kreuzung von „Ultron“s Plänen und menschlichen Prinzipien entstandene Übermensch – wer die „Watchmen“ gesehen hat, wird sich an „Dr. Manhattan“ erinnert fühlen. Immerhin erklärt er in wörtlichem Bibel-Zitat: „Ich bin, der ich bin“, und im Abspann lässt sich durchaus ein Verweis auf Da Vincis „Die Erschaffung Adams“ entdecken, mit statt des Fingers entgegen gerecktem Androiden-Kopf. Es ist der alte Gedanke des „Deus Ex Machina“, des Geistes aus der Maschine entstanden, der die Genialität der Storyline unterstreicht. Der Mensch kann in seiner Schizophrenie sich selbst vernichten, aber kann er sich selbst durch die Schaffung seines eigenen Gottes überwinden?

Es ist eine große Leistung, wenn gerade ein bombastischer Actionfilm es schafft, grundlegende Fragen des Menschen und des Menschseins so zu verpacken, dass sie gleichzeitig offenkunding und doch für uninteressiere unterhaltsam sind. Und genau das hebt „The Avengers – Age of Ultron“ von dem ab, was wir bislang aus dem Cinematic Universe kannten. Vielleicht ist die Idee von Parabeln, Utopien und Dystopien  also wirklich bereits in den Comics angelegt und erst die technischen Gegebenheiten der heutigen Zeit geben ihr den Raum, den sie braucht.

Warum Amazon Prime über Watchever und Netflix triumphieren wird

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Im September ist mit Netflix ein weiterer Akteur in den Kampf um die Streaming-Hoheit in deutschen Wohnzimmern eingetreten. Einen Monat lang habe ich Netflix, Watchever und Amazon Prime nebeneinander benutzt. Aber schnell habe ich gemerkt, dass Netflix nicht mithalten kann – und das Abo wieder gekündigt. Im Januar habe ich jetzt den nächsten Schritt gemacht und auch Watchever gekündigt. Warum?

  1. Amazon hat (zumindest gefühlt) das größte Update-Tempo unter den 3 Anbietern. Filme sind schneller verfügbar, das Serien-Potenzial ist größer. Das ist eine noch ganz neue Entwicklung, im September fiel mein Urteil noch vernichtend aus
  2. Es läuft einfach besser. Amazon hat schon Cloud-Computing verkauft, als Watchever noch gar nicht auf dem Markt war. Und man merkt, dass man sich bei Amazon mit Serverkapazitäten auskennt. Watchever und Netflix hingen oft, bei Amazon habe ich das noch nie erlebt.
  3. Der Preis übertrifft alles. 49€ kostet Amazon Prime im Jahr, und bringt neben dem Streaming die alten Vorteile noch gleich mit. Netflix kostet mindestens 95,88€, Watchever sogar 107,88€.
  4. Eigene Serien. Was Amazon im Moment mit der Pilot Season startet, ist schlicht großartig. Und man hat mit Alpha House und Konsorten schon jetzt einiges vorzuweisen. Netflix wird hier übertrumpft, Watchever hat gar keinen eigenen Inhalt.

Ich halte nach wie vor an vielen Kritikpunkten aus dem Beitrag im September fest, aber mittlerweile sehe Amazon nicht mehr als Abschusskandidaten, sondern als die vielversprechendste Alternative.

Wo steht Netflix?

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Seit gestern ist Netflix, quasi der Erfinder des (legalen) Video-Streamings, auch in Deutschland angekommen. Die Berichte häufen sich schon, daher will ich hier keinen ausführlichen Vergleich zwischen Netflix und den Konkurrenten Watchever und Amazon anstellen, sondern einfach ein paar Gedanken zum Streaming-Markt notieren:

  1. Der größte Feind der Streaming-Seiten ist nach wie vor die Filmindustrie selbst. Klingt absurd? Dabei ist die Filmindustrie für einige der größten Schwächen aller Streaming-Anbieter verantwortlich. Sie beharrt auf Silverlight als Abspielplattform auf Computern – angeblich kann man nur damit seinen wertvollen Inhalt absichern, auch wenn das Plugin kontinuierlich zu Abstürzen neigt und mit Ressourcen umgeht wie CorelDraw– sie nimmt Inhalte nach bestimmten Zeiten wieder offline und es liegt ebenfalls nur an der Industrie, wie lange es nach Kinostart dauert, bis ein Film auch legal gestreamt werden kann.
  2. Als Nutzer von gleich zwei AppleTVs im Haushalt war es für mich sehr beruhigend, dass neben Watchever auch Netflix es geschafft hat, gleich zum Markstart in Deutschland auf der ältesten aller Set-Top-Boxen zu erscheinen. Amazon, die vor einigen Monaten mit Macht in das Streaming-Geschäft drückten, kann das bis heute nicht behaupten. Dabei will ich im Wohnzimmer keinen Laptop am Fernseher anschließen oder mühsam mit dem Handy über AirPlay streamen – wenn ich doch die passende Box gleich angeschlossen habe. Für mich ist das AppleTV (und mit Abstrichen der Chromecast) die einzig legitime Abspielvariante, die es in die Masse der deutsche Wohnzimmer schaffen kann. Allein das macht es übrigens spanned, was Apple für die Zukunft noch im Köcher hat.
  3. Auch wenn Netflix sehr spät ins deutsche Geschäft eingestiegen ist, könnte es meinem Eindruck nach immer noch reichen, um die Mitbewerber zu überholen. Warum? Nun, weniger aus eigener Stärke – auch wenn ich das Angebot nicht so erbärmlich finde, wie andere – sondern aus Schwäche der Mitbewerber. Sky ist für mich ein Nischenprodukt, Watchever steht angeblich wegen Unprofitablität zum Verkauf (Netflix, das wäre doch ‚was?) und Amazon, naja, scheint nicht so richtig zu wollen. Beim Versandriesen hat man scheinbar in der Chefetage entschieden, Streaming nach vorn zu bringen, aber dann folgt wenig hinterher. Jeder Prime-Kunde ist jetzt automatisch Streaming-Kunde, aber das Angebot verharrt seit Wochen auf dem gleichen Stand. Über das AppleTV hatten wir schon gesprochen und dann ist da noch die Sache mit der Bedienoberfläche. Filme finden, sich überhaupt bei Amazon Prime Instant Video (dieser Name…) zurecht zu finden, ist nicht gerade einfach. Alles Dinge, die Watchever (faktisch) und Netflix (vermutlich) besser machen.

Ich habe jedenfalls erstmal den Testmonat bei Netflix abgeschlossen, nutze die Gelegenheit, um endlich House of Cards umsonst schauen zu können und werde nach einem Monat mindestens eine der Plattformen rausschmeißen. Welche es sein wird? Im Moment steht Amazon ganz oben auf der Liste…

Warum Sky immer noch nicht im Web angekommen ist

Es scheint, die Geschichte von Sky oder vormals Premiere ist gespickt von verpassten Chancen, von Marktführerschaft, auf der man sich ausgeruht hat. Wenn man sich zurück erinnert, welche Rolle Premiere noch Anfang des Jahrzehnts gespielt hat, kann man sich nur schwer vorstellen, dass der Markt für Video-On-Demand heute nicht von Premiere/Sky dominiert wird, sondern von Watchever, Maxdome und Amazon. Hatte nicht Premiere die Zuschauer dazu erzogen, für besonders gute Inhalte auch zu zahlen? Dass das Internet seinen Siegeszug antrat und Bandbreite nicht mehr nur noch über Kabel und Satellit ausreichend für Videoübertragungen ist, hat man in Unterföhring ganz offensichtlich nicht mitbekommen. Denn hätte man es, die eben genannten marktdominierenden VoD-Anbieter gäbe es heute nicht in der Form.

Immerhin, es gibt mittlerweile Sky Go, damit man nicht mehr an den Decoder gefesselt ist:

„Der Pay-TV-Sender Sky schaltet seinen On-demand-Dienst Sky Go für alle Abonnenten frei. Bislang konnte der Dienst nur mit bestimmten Abonnements genutzt werden, ab März steht er allen Sky-Kunden kostenlos zur Verfügung. Nutzer können dann Inhalte wie Sport, US-Serien und Hollywood-Blockbuster jederzeit abrufen – sogar unterwegs auf Smartphone und Tablet-PC.“

Doch auch Sky Go ist nur mit einem normalen Sky Paket erhältlich. Man kann über Sky Go keine Pakete einzeln buchen, keine Filme gegen Bares schauen – es ist nur ein mobiler Zugangsweg zu den ohnehin verfügbaren Inhalten. Und damit ist man an Pakete gebunden, die für den ein oder anderen Nutzer einfach zu groß gepackt sind. Wer Formel 1 schauen will, muss auch für Golf und Tennis bezahlen. Wer Action-Filme mag, kauft sich gleich noch Zeichentrickfilme für jeden Tag dazu.

Machen wir’s an einem konkreten Beispiel noch deutlicher, warum Sky die Möglichkeiten des Internets noch nicht verstanden hat:

  1. Es ist Dienstag nachmittag, heute Abend läuft das Champions-League-Spiel von Borussia Dortmund gegen Real Madrid
  2. Du hast das Hinspiel gesehen, weil es im Free-TV lief. Das Rückspiel könnte mächtig spannend werden, Dortmund muss 4 Tore schießen, um weiter zu kommen. Also:
  3. Versuchst du herauszufinden, wie du auch dieses Spiel ansehen kannst. Und siehe da: Die Lizenzen liegen bei Sky. In Deutschland gibt es so gut wie keine andere Möglichkeit, das spiel zu sehen.
  4. Fragen wir doch mal bei Sky nach:

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Sky könnte zahlreiche neue Kunden erreichen, wenn es Sky Go außerhalb der normalen Sky Pakete buchbar machen würde. Und idealerweise würde man die Pakete sehr fein streuen, bis hin zu einem einzelnen Spiel/Rennen/Film, das/den man einzeln bezahlen kann. Ich vermute ganz dreist, dass das nicht passieren wird.

Und im Gegensatz zum Film- und Serienmarkt kann Sky bei Bundesliga, Champions League und so weiter nichtmal von einer Konkurrenz bedroht werden, weil kein neuer Anbieter sich die teuren Sportlizenzen leisten kann. Aber ich lasse mich gern überraschen…

Amazon greift Watchever an

Bisher konnte Lovefilm, Amazons Streaming-Dienst nicht wirklich mit Watchever mithalten. Weniger Angebot für vergleichbare Preise sind nicht unbedingt ein Zugpferd für den Wettbewerb. Aber jetzt bläst Amazon zum Angriff, indem es Lovefilm in sein Prime-Angebot integriert. Prime war bisher ein Dienst, mit dem man Amazon-Pakete schon am nächsten Tag und vor allem immer versandkostenfrei bekam. Bestellt man öfter kleinere Mengen, rechnete sich Prime recht schnell. Ab morgen kann nun jeder Prime-Nutzer auch voll auf Lovefilm zugreifen – und das zumindest für ein Jahr zum gleichen Preis von knapp 30 Euro im Jahr. Im Jahr darauf wird der Preis zwar auf 49 Euro steigen, doch selbst das ist in der Kombination ein starkes Angebot.

Mit Prime Instant Video haben Sie künftig unbegrenzten Zugang zu über 12.000 digitalen Filmen und Serienepisoden. Ab dem 26. Februar können Sie überall und so oft Sie möchten Ihre Lieblingsfilme und -serien über Prime Instant Video sehen, und das auf vielen beliebten Endgeräten, wie dem Kindle Fire, iPhone und iPad sowie Smart-TVs, Blu-ray Player und Spielekonsolen. […] Als Prime-Mitglied können Sie ab dem 26. Februar den Video Streaming Service ohne zusätzliche Kosten in Anspruch nehmen. Die Gebühr für Amazon Prime bleibt bis zur nächsten Verlängerung Ihrer Mitgliedschaft am 9. April 2015 unverändert. Danach beträgt die jährliche Mitgliedschaftsgebühr nur 49 EUR. Im Vergleich zu zwei separaten Mitgliedschaften bei Prime und dem Streaming Service Lovefilm bedeutet dies eine jährliche Ersparnis von 63 EUR. Darüber hinaus genießen Sie natürlich weiterhin alle Vorteile von Prime.

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Ich werde mir Lovefilm daher ab morgen noch einmal genauer ansehen. Und wenn das Angebot mittlerweile mithalten kann, braucht es schon starke Argumente von Watchever, damit ich bei ihnen bleibe.

Update 15:46:

Offensichtlich scheint Amazon wirklich den großen Einstieg ins Streaming-Geschäft zu suchen. Bei @AmazonHelp beschweren sich auf Twitter zahlreiche Nutzer auch aus anderen Ländern, dass sie mehr für einen Service bezahlen sollen, den sie gar nicht nutzen möchten. Um @Uncle_nige zu zitieren:

Spiel des Jahres 2013: Hanabi

Für die Spieleverlage ist es der Ritterschlag, wenn einem Spiel aus dem eigenen Haus der Titel „Spiel des Jahres“ verliehen wird. Über die Verkäufe des Spiels muss man sich dann wohl keine Sorgen mehr machen.

Obwohl im eigenen Freundeskreis eher seltener die klassischen Bestseller-Brettspiele zum Einsatz kommen, ist es trotzdem so, dass das Spiel des Jahres stets getestet und gegebenenfalls gekauft wird. Dieses Mal war es keine lange Frage, ob das aktuelle Spiel des Jahres einen Platz in unserem Regal ergattern kann. Alleine schon deshalb, weil 2013 endlich mal wieder ein klassisches Kartenspiel gewonnen hat, das gerade mal 5-8 Euro kostet. Es müssen ja nicht immer aufwendige und teure Brettspiele sein.

Hanabi-Spiel-des-Jahres

Quelle: Abacusspiele

Im Kommentar des Jury-Vorsitzenden heißt es deshalb auch passenderweise:

„Es kommt nicht auf die Schachtelgrösse an. Oft sind gerade kleine preiswerte Spiele sehr raffiniert und bieten enormen Spielspass. Weil  sie überall hin mitgenommen und nahezu an jedem Ort gespielt werden können, sind manche von ihnen die idealen Botschafter, um das Spiel als Kulturgut in Familie und Gesellschaft weiter zu verbreiten, was ja das zentrale und eigentliche Anliegen ist, das die Jury „Spiel des Jahres“ mit ihren Preisen, Nominierungen und Empfehlungslisten verfolgt“ (Quelle).

Hanabi jedenfalls ist ein einfaches, aber trotzdem schönes Kartenspiel, das durch seine ungewohnte Spielweise überzeugt. Das Spielprinzip ist zunächst einmal nichts neues. Man muss farblich passende Zahlenreihen vor sich auf den Tisch legen. Die Besonderheit dabei ist jedoch, dass man die Karten mit der Vorderseite von sich weg halten muss. Deshalb können nur die Mitspieler sehen, was man selbst auf der Hand hat und ist auf deren Hilfe angewiesen. Gewinnen und verlieren kann man nur zusammen. Eine genauere Erklärung  ist u.a. bei spielekult.de zu finden.

Thunderbirds are go!

Nur ein kurzer Beitrag zwischendurch: Unterm Tannenbaum lagen bei mir nämlich die beiden Staffeln der Kultserie „Thunderbirds„. Die Serie wurde mitter der 60er produziert, lief aber noch in meiner Jugend morgens im Fernsehen. Eine Mischung aus Mission Impossible und Augsburger Puppenkiste – auch heute noch einfach geil ;)

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=nFb4IVLXDss[/youtube]

Knight Rider 2008 ab Donnerstag auf RTL

Zum Abschluss des Tages noch ein kurzer Hinweis: Ab Donnerstag (21:15 Uhr) startet auf RTL die Neuauflage von Knight Rider. Es ist  das Schlimmste zu befürchten, immerhin hat aber David Hasselhoff (laut TV-Werbung) einen Kurzauftritt. Ans Original wird es sowieso nicht ran kommen, aber das unterirdische Niveau von „Team Knight Rider“ (erinnert sich überhaupt noch jemand an den Müll) sollte doch zu schlagen.

Allerdings scheint der neue Hauptdarsteller (Mike – der Sohn von Michael und frisch aus dem Irak-Krieg zurück – hahaha!) auf den ersten Blick eine wunderbare Fehlbesetzung zu sein. Dafür spricht auch, dass die Serie in den USA nach einer Staffel direkt wieder abgesetzt worden ist. Der ein oder andere (unfreiwillig geplante) Lacher sollte damit garantiert sein.

Das neue Intro orientiert sich stark am Original, ist mir aber alles in allem zu künstlich und charakterlos – we’ll see.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=yE_h0yAoxAg[/youtube]

Fast besser ist aber die inoffizielle Version von Knight Rider 2008:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ctatFVe60GA[/youtube]

Verblendung – Die Millenium-Triologie kommt in die Kinos

Die Millenium-Trilogie von Stieg Larsson habe ich in kürzester Zeit verschlungen. Innerhalb weniger Wochen hatte ich Verblendung, Verdammnis und Vergebung gelesen. Das letzte Buch „Vergebung“ habe ich sogar in knapp einer (Arbeits-)Woche geschafft, dabei hat dieser dicke Schinken ca. 700 Seiten. Eine absolute Leseempfehlung für diejenigen, die Stieg Larsson noch nicht kennen. Die drei Büchern drehen sich um den Journalisten Mikael „Kalle“ Blomkvist, der bei der Monatszeitschrift „Millenium“ arbeitet (deshalb auch „Millenium-Trilogie“) und die Hackerin Lisbeth Salander, die vorzugsweise mit ihrem Macbook sämtliche Rechner dieser Welt knackt.

verblendung

Es war ja schon zu lesen, dass eine dänisch-deutsch-schwedische Kombo (an der das ZDF beteiligt ist) verfilmt worden ist und in Schweden ein großer Erfolg war. Im Lichtspielhaus meines Vertrauens hingen dann am Wochende auch die Plakate zum ersten Teil der Trilogie, der am 1. Oktober bei uns in die Kinos kommt. Der Trailer macht schon mal ordentlich Freude auf den Film:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=7iZ1NGCwE_U[/youtube]

Und wie ich zufällig sehe, gibt es bei meiner liebsten Filmkritikseite Filmstarts schon eine Bewertung des Films, die den guten Eindruck des Trailers bestätigt. Weiterlesen

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