Dankeschön!

Meine Reise liegt schon wieder eine Woche zurück. Geblieben sind aber viele tolle Erinnerungen, die sicherlich noch lange halten werden. Von Saarlouis bis Flensburg habe ich viel gesehen, spannende Sportwettkämpfe erlebt, unterschiedlichste Menschen getroffen, lokale Spezialitäten gegessen und in vielen Zügen gesessen.

Die Fahrt war auch ein Experiment, wie zuverlässig man mit der Bahn – an einem Stück – quer durch Deutschland Reisen kann. Und ich muss sagen, lediglich zwei Verspätungen in fünf Tagen sind kein schlechter Schnitt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an das Social Media Team der Deutschen Bahn, die mich auf der Fahrt von Bamberg nach Mannheim wirklich nett über die Verspätungen informiert und mit mir mitgezittert haben. Nur auf der Fahrt von Mannheim nach Osnabrück hatte ich mich dann doch etwas über die Bahn geärgert, als mein Anschluss keine vier Minuten warten konnte, der nächste Anschluss verspätet war und ich an einem Bundesliga-Spieltag in Dortmund festhing. Auch hat sich mal wieder gezeigt, dass es deutlich mehr Spaß macht, mit der Bahn im Fernverkehr zu reisen, als im Nahverkehr. Nicht ohne Grund habe ich mich bereits während der Fahrt über die zum Teil wirklich fürchterlich unbequemen Nahverkehrszüge beschwert. An nur einem Tag insgesamt knapp vier Stunden in dem besagten Zugtyp zu sitzen, sorgt auch bei einem Bahn-Enthusiasten schlechte Laune.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Bedanken, die mich auf meiner Fahrt begleitet haben. Insbesondere auf Twitter habe ich viele wertvolle Tipps bekommen und nette Gespräche geführt. Ein großer Dank geht dabei vor allem an Benjamin Röder (aka @svmberoed), den ich noch vor wenigen Tagen nicht kannte, der mir aber mit großer Begeisterung Flensburg zeigte und den ich sicherlich sehr bald wieder besuchen werde.

Natürlich möchte ich mich auch noch bei den Sportvereinen bedanken, die mir alle völlig problemlos ein Presseticket für die jeweiligen Veranstaltungen zur Verfügung gestellt haben. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Von daher Dankeschön an die HG Saarlouis, die Brose Baskets Bamberg, das Maimarkt-Turnier Mannheim, den Deutscher Eishockey-Bund, den VfL Osnabrück, den Uhlenhorster Hockey-Club und die SG Flensburg-Handewitt.

Da es schon Nachfragen gab, warum ich in meinen bisherigen Artikeln den TSV Hannover-Burgdorf nicht erwähnt hatte: Es lag nicht daran, dass man mir dort kein Presseticket zur Verfügung stellen wollte, sondern ich hatte nicht nachgefragt. Als leidenschaftlicher Wetzlar-Fan wäre es schon etwas frech gewesen, dort ein Presseticket abzufragen. Außerdem wollte ich natürlich mit den anderen Gäste-Fans zusammen sitzen. An dieser Stelle aber ein großes Dankeschön an den Hannover-Fanclub „Grüne Welle“, die uns günstig mit tollen Plätzen versorgt haben. So eine Fanfreundschaft zwischen zwei Vereinen ist keine Selbstverständlichkeit.

Abschließend bleibt mir nur festzustellen, dass es wirklich funktioniert: Acht Sportveranstaltungen in fünf Tagen, von Saarlouis nach Flensburg, alles mit der Bahn. Die Planung hatte es in jedem Fall in sich und häufiger kann man so ein Projekt nicht umsetzen. Gelohnt hat es sich aber in jedem Fall.

Hoch oben im Norden

SG Flensburg-Handewitt

SG Flensburg-Handewitt

Ich hatte es tatsächlich rechtzeitig nach Flensburg geschafft. Dem sportlichen Finale meiner Tour. Die Bahn hatte sich jedenfalls alle Mühe gegeben und mich rechtzeitig in den Norden gebracht.

Spannend war das Spiel für mich persönlich in mehrfacher Hinsicht und deshalb direkt von Anfang an bei meiner Tourenplanung berücksichtigt worden. Erstens weil ich schon seit Jahren gerne mal in die Flens-Arena wollte und zweitens weil Spiele der MT Melsungen für einen Wetzlar-Fan immer besondere Brisanz bieten. Zwischen Melsungen und Wetzlar, zwei hessischen Vereinen, besteht seit Jahren eine große Konkurrenz. Nicht zuletzt auch dadurch, dass Melsungen immer wieder Spieler aus Wetzlar weglocken konnte. Von daher waren meine Daumen fest für die SG Flensburg-Handewitt gedrückt.

Das Spiel

SG Flensburg-Handewitt

Um es vorweg zu nehmen: Es sollte nicht der Tag von Melsungen werden. Flensburg hatte sich und den Fans nach der bitteren Niederlage gegen Hamburg Wiedergutmachung geschworen und war hochmotiviert in das Spiel gegangen. Und so ginge die Jungs von Trainer Ljubomir Vranjes relativ schnell in Führung. Melsungen schaffte es von der ersten Minute an nicht, Flensburg unter Kontrolle zu bekommen. Dabei war das was man auf Seiten der Flensburger sah nichts neues. Mattias Andersson rettete im Tor die Bälle und per Tempogegenstoß verwandelte Anders Eggert (13 Treffer) einen Ball nach dem anderen. Und wenn er gerade nicht den Ball hatte, war es eben Lasse Svan, der zielsicher traf. In jedem Fall wunderschön anzuschauen.

Während Flensburg schnell zu Toren gelangte, bekam Melsungen immer wieder Zeitspiel angezeigt, was zu unpräzisen Abschlüssen führte, die Andersson zum Teil völlig problemlos abfangen konnte.

Schon zur Halbzeit führte Flensburg deshalb völlig verdient mit 16:9. Nach der Pause kam es für Melsungen aber noch dicker und so stimmten die Flensbur-Fans bereits in der 40. Minute Siegesgesänge an. So etwas hatte ich bislang auch noch nicht erlebt. Obwohl Flensburg nach taktischen Umstellungen anschließend über vier Minuten lang kein Tor gelang, fand Melsungen keine Mittel und Wege noch mal ranzukommen. Von daher konnten die Mannschaft von MT-Trainer Michael Roth fast noch froh über das 35:23 Endergebnis sein.

Die Halle

Flens-Arena

Flens-Arena

Seit langer Zeit stand die Flens-Arena bereits auf meiner Liste. In Kiel, Magdeburg, Hamburg, Gummersbach und Co bin ich inzwischen überall gewesen, den Weg zur nördlichsten Arena in Deutschland hatte ich bislang allerdings noch nicht gefunden. Ich kannte sie bislang nur aus dem Fernsehen. Von daher war ich sehr gespannt.

Auch deshalb war ich zunächst etwas erstaunt. Ich hatte mir die Halle immer viel größer vorgestellt, mich aber auch noch nie genauer über die Zuschauerkapazität informiert. Insgesamt passen in die Halle nämlich „nur“ 6.500 Zuschauer – was für die Handball-Bundesliga aber immer noch viel ist. Am Sonntag waren es knapp 5.800 Zuschauer.

Die Multifunktionshalle, die viele Jahre Campushalle hieß, konnte 2012 die Flensburger Brauerei als Hauptsponsoren gewinnen und trägt seitdem auch deren Namen. Da die Arena auf dem Gelände der Universität steht, wird sie neben Sportveranstaltungen, Konzerten und Messen auch für den Hochschulsport genutzt.

Mit 1.500 Plätzen hat Flensburg die größte Stehplatztribüne der Bundesliga, worauf Fans und Verein schon seit Jahren sehr stolz sind. Denn dies wirkt sich auch deutlich auf die Stimmung in der Halle aus.

Aus Zuschauersicht ist es toll, dass die Tribünen das Spielfeld komplett umgrenzen. Man sitzt also direkt am Geschehen und hat von allen Plätzen eine gute Sicht.

Der einzige Wermutstropfen in der Halle ist das Bezahlsystem. Um Getränke und Essen schneller ausgeben zu können hat man die Kassen vor einiger Zeit auf bargeldloses Zahlen umgestellt. Dafür benötigt man eine entsprechende Karte. Für die Heimfans eine gute Sache, für Gästefans jedoch wirklich unpraktisch. Schon in der neuen Halle in Gummersbach hatte ich mich vor einiger Zeit darüber geärgert. Eigentlich müsste ein einheitliches System für die ganze Liga her – aber das wird sicherlich noch einige Zeit Wunschdenken bleiben. Immerhin sind die Flensburger gastfreundliche Menschen und so konnte ich einfach die Karte von einem Fan mitbenutzen und ihm das Geld geben.

Die Fans

SG Flensburg-Handewitt

Auch in Flensburg war das „typische“ Handballpublikum zu beobachten. Also eine bunte Mischung quer durch alle Altersgruppen. Sehr begeistert hat mich hier, dass auch das ältere Sitzplatzpublikum sich an vielen Aktionen der Stehplatztribüne beteiligte. Beim wechselnden „Flenburg“ – „Handewitt“ Ruf hatte ich jedenfalls Gänsehaut. Der absolute Wahnsinn. So eine Stimmung über die ganze Halle verteilt ist im Handball eine Seltenheit. Auch auffällig war der hohe Anteil dänischer Zuschauer. Schon vor der Halle fielen mir einige dänische Autokennzeichen auf und später wurde mir auch bestätigt, dass es ganze Fanclubs gibt, die an jedem Spieltag von Dänemark aus nach Flensburg kommen.

Beeindruckend – wenn auch etwas fies – fand ich außerdem die Hartnäckigkeit und das Durchhaltevermögen der Fans. Nachdem die Müller-Zwillinge (für Handball-Fans sind sie keine Unbekannten) mehrfach durch Proteste und eine harte Spielweise auffielen, pfiff nahezu die komplette Halle die beiden zehn Minuten lang bei jedem Ballbesitz aus. Die Stehplatztribüne hielt es sogar das komplette Spiel durch.

SG Flensburg-Handewitt

Bei meinem Besuch am Sonntag war also alles vollkommen friedlich und die Stimmung prächtig. Aber nichts desto trotz war Flensburg schon ab und an wegen seinen „Fans“ bundesweit in den Schlagzeilen, was beim Handball eher ungewöhnlich ist. Der Verein musste 2009 sogar Hallenverbote für Mitglieder einer Ultravereinigung aussprechen.

Die „Stadionwurst“

Flens-Arena

Auch im Catering spiegelte sich die Nähe zu Dänemark wieder. Statt Bratwurst gibt es in Flensburg typisch skandinavische Hot-Dogs, in verschiedenen Varianten. Ich habe mich für die dänische Version mit roter Wurst entschieden. Absolut lecker (auch wenn sie nicht so aussieht) und ein Highlight auf meiner Tour. Ohne lange zu überlegen gibt es die Note 1.

Zu Besuch in Flensburg

Flensburg Hafen

Flensburger Brauerei

Flensburg Zimtschnecke

Bislang war ich noch nie zuvor in Flensburg. Deshalb habe ich meinen Ausflug dorthin genutzt, auch ein ein wenig von der Stadt zu sehen. Mit Benjamin hatte ich einen perfekten Stadtführer gefunden.

Und ich muss sagen, Flensburg hat mir unheimlich gut gefallen. Urlaubsgefühle kamen auf. Möwen, überall Flens-Werbung und Zimtschnecken beim Bäcker. Es war sicherlich nicht mein letzter Besuch in Flensburg

Fahrt über ein Technikdenkmal

Rendsburger-Schleife

Auf meiner Fahrt nach Flensburg wunderte ich mich über die nicht endende Fahrt über eine Brücke. Der Blick ins Internet brachte die Erklärung. Es handelte sich um die Rendsberger Eisenbahnhochbrücke. Mit einer Höhe von 42 Metern und einer Länge von 2.486 Metern war die 1913 eröffnete Brücke bis vor wenigen Jahren die längste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Zusammen mit den beiden Auffahrtrampen weist die Brücke sogar eine Länge von 7,5 Kilometern auf.

Diese Länge kommt durch die Rendsburger-Schleife zustande. Bei Wikipedia erfährt man dazu:

„Die erste, historische Querung des Nord-Ostsee-Kanals, eine Drehbrücke, musste wegen dessen Verbreiterung bis 1913 ersetzt werden. […] Gleichzeitig sollte der vorhandene Rendsburger Bahnhof weiter genutzt werden. Der Bahnhof lag jedoch zu dicht am Kanal, um ihn bei der vorgegebenen Höhe für die Hochbrücke direkt an diese anschließen zu können. Deshalb wurde am nördlichen Ende der Brücke 1911–1913 ein Bahndamm in Form einer Schleife errichtet. Über ihn fahren Züge, die von Süden aus nach Rendsburg kommen, zunächst eine 360°-Wende, bevor sie nach Unterquerung der Hochbrücke in den Bahnhof einfahren.“

Es lohnt auf jeden Fall, sich die Schleife mal bei Wikipedia oder Google Maps anzuschauen.

Feldhockey-Final4 in Hamburg

Feldhockey Final4

So schnell kann es gehen. Vier Wochen nach dem DHB-Pokal Final4 in Hamburg war ich am Sonntag beim nächsten Final4. Wieder in Hamburg. Nun allerdings an anderer Stelle und bei einer anderen Sportart. Auf dem Gelände des Uhlenhorster Hockey-Clubs wurde die deutsche Meisterschaft zwischen den vier besten Hockeyclubs in Deutschland ausgetragen. Dabei jedoch nicht nur zwischen den Herrenmannschaften, sondern gleichzeitig auch zwischen den vier besten Damenmannschaften. Ein volles Programm also. Zu meinem Glück passte das Finale der Damen genau in die Lücke meines Tourenplans.

Das Spiel

Feldhockey Final4

Der Blick auf die Tabelle verriet mir bereits vor dem Wochenende, das der UHC Hamburg und Rot-Weiß Köln als Favoritinnen ins Turnier gingen. Und so kam es auch. Hamburg zog nach einem 2:0-Sieg gegen Berlin ins Finale ein. Köln sicherte sich derweil den Finalplatz nach 7-Meter-Schießen (5:4) gegen den Club an der Alster.

Im Finale dann waren es die Kölnerinnen, die das Spiel in der ersten Viertelstunde dominierten. Der Ball kannte nur eine Richtung: das Tor des Uhlenhorster Hockey-Clubs. Erst gegen Ende der ersten Hälfte nahm der UHC das Blatt in die Hand. Nach mehreren sehr guten Torchancen erzielte Janne Müller-Wieland in der 24. Minute das 1:0 für die Hamburgerinnen. Knapp 5 Minuten später legte Eileen Hoffmann mit dem 2:0 nach, ehe Franziska Hauke in der 32. Minute den Anschlusstreffer für Köln erzielte.

Nach der Pause war von Köln nicht mehr viel zu sehen. Hamburg erarbeitete sich immer wieder Chancen und nach einer knappen Viertelstunde traf Vivien Tahal zum 3:1. Auch das 4:1 lag in der Luft.

Die Dominanz des UHC lässt sich auch aus den Statistiken ablesen. Der UHC sammelte 13 Torschüsse, von denen acht direkt aufs Tor gingen. Auf Seiten der Kölnerinnen waren es sieben Torschüsse und davon sechs direkt aufs Tor. Hamburg bekam acht Ecken, Köln lediglich drei. Die Zahlen sprechen aber gleichzeitig auch für die Effektivität der Rot-Weiß-Spielerinnen.

Und so nutze Köln auch eine der wenigen Chancen direkt zum Torerfolg. Das 3:2 in der 51. Minute erzielte Rebecca Grote. Hamburg versuchte nun mit aller Kraft, die Führung zu halten, musste aber tatsächlich wenige Minuten vor Schluss den Ausgleich durch Anna Geiter hinnehmen. Es ging in die Verlängerung, die im Hockey 7:30 Minuten pro Hälfte dauert, allerdings durch ein Golden Goal entschieden werden kann. Was allerdings keiner der beiden Mannschaften gelang.

Feldhockey Final4

Es wurde ein wahrer Krimi. Hamburg konnte im 7-Meter-Schießen gleich zwei Mal mit tollen Torwart-Paraden die Chancen zum Sieg wahren. Am Ende setzte sich aber Köln mit 7:6 durch und sicherte sich damit die fünfte Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Feldhockey Final4

Das Stadion

Feldhockey Final4

Feldhockey Final4

Extra für das Final4 hatte der UHC seinen Platz um mehrere mobile Sitz- und Stehplatztribünen erweitern lassen. Normalerweise geht es dort anscheinend beschaulicher zu.

Das Stadion selbst liegt in einem der schöneren Vororte von Hamburg. Zwischen Villen und einem tollen Park. Bislang die schönste Location auf meiner Tour.

Zu Beginn des Damen-Finalspiels war das Stadion noch recht schwach besetzt. Im Laufe der ersten Halbzeit und nachdem der Regen aufgehört hatte, wurde es allerdings richtig voll und zum Finale der Männer rückten dann noch ganze Fan-Clubs an.

Interessant war, dass auch rund um das Stadion eine ganze Infrastruktur geschaffen wurde. Es gab Verkaufsstände, eine Hüpfburg und verschiedene Essensstände. Im an den Platz angeschlossenen Vereinsheim wurden sogar Getränke in Gläsern ausgegeben. In anderen Stadien oder auf anderen Sportplätzen unvorstellbar.

Die Fans

Feldhockey Final4

Es ist wirklich schwierig, das Publikum irgendwie zusammenzufassen. Denn hier ging es wirklich bunt gemischt zu. Da waren die vielen Kinder, die ihre Hockeyschläger von den Profis signieren lassen wollten, die Fan-Clubs, die mit Megaphon, Trommeln und Pyrotechnik für Stimmung sorgten, aber auch die Angehörigen der Mannschaften und Zuschauer älteren Semesters. Am ehesten würde im jedem Fall der Vergleich zum Springreitturnieren in Mannheim passen.

In der ersten Halbzeit hatte ich mich ahnungslos auf die Tribüne der Kölner Anhänger gesetzt. Dort war der Altersdurchschnitt deutlich über meinem und die Mehrheit der Zuschauer auch nicht als Fan einer Mannschaft zu erkennen, aber unterschätzt hatte ich sie trotzdem. Mit lustigen Sprüchen und Anfeuerungen wurde nicht gespart. Da wurde bei einer Hamburger Ecke auch mal von vielen Lachern begleitet „Oh, die ist nervös! Oh, die ist nervös!“ angestimmt. Die Stimmung war trotz des Regens jedenfalls prächtig und alles blieb unglaublich fair.

In der Halbzeit habe ich dann die Platzseite gewechselt und die zweite Hälfte auf der Hamburger Seite verbracht, die zahlenmäßig verständlicher Weise deutlich besser aufgestellt war. Auch hier war die Stimmung bestens.

Ich habe mich jedenfalls schon lose mit Bekannten verabredet, dass wir uns das Final4 nächstes Jahr gemeinsam und dann vor allem komplett anschauen. Denn ich war wirklich traurig, dass ich das Herren-Finale verpasst habe.

Die „Stadionwurst“

Feldhockey Final4

Auch das Catering sagt viel über die Fankultur aus. Zwar gab es auch Bier, allerdings waren Wein und Hugo definitiv keine Seltenheit beim UHC. Und statt einer Bratwurst konnte man auch einen Burgunderbraten mit Kraut im Brötchen erwerben. Klar, dass ich diese Variante ausprobieren musste. Das Fleisch jedenfalls war großartig, einen Minuspunkt gibt es von mir allerdings für das Brötchen. Wenn ich mich nicht täusche, handelte es sich um ein klassisches Aufbackbrötchen vom Discounter. Auch in Hamburg scheiterte es also lediglich am Brötchen. Von daher gibt es von mir leider nur eine 2.

TSV Hannover-Burgdorf vs. HSG Wetzlar

TSV Hannover-Burgdorf vs. HSG Wetzlar

Der erste Termin, der bei meiner Tourenplanung feststand war das Spiel der HSG Wetzlar beim TSV Hannover-Burgdorf. Zusammen mit anderen Wetzlar-Fans hatte ich mich dort verabredet. Denn gegen Hannover gibt es meistens recht spannende Spiele, da zwei sehr ähnliche Mannschaften aufeinandertreffen. Schade nur, dass Wetzlar dieses Mal den Kürzeren zog und am Ende 24:25 (13:12) verlor.

Das Spiel

TSV Hannover-Burgdorf vs. HSG Wetzlar

TSV Hannover-Burgdorf vs. HSG Wetzlar

Für Wetzlar galt es eigentlich, Wiedergutmachung zu betreiben. Im vergangenen Jahr hatte man in Hannover in den letzten zehn Minuten eine fünf Tore Führung verspielt und konnte am Ende noch gerade so einen Punkt retten.

Das sollte dieses Mal anders laufen. Aber auch Hannover wollte nach der Niederlage in Kiel, ein paar Tage zuvor, unbedingt Zählbares behalten. Und so wurde es ein munterer Schlagabtausch, in deren Zentrum vor allem die Leistungen zweier Torhüter standen. Andi Wollf (Wetzlar) und Niko Weber (Hannover, ehemals Wetzlar) hielten einen Ball nach dem anderen. Die Führungen wechselten immer wieder hin und her. Und nach 30 Minuten ging Hannover letztlich mit einer knappen Führung in die Halbzeit. Wetzlar kehrte allerdings deutlich motivierter aus der Kabine zurück und führte schnell mit vier Toren.

Doch dann kam das, was man als Wetzlar-Fan inzwischen bereits gewöhnt ist: Fünf Minuten ging auf plötzlich gar nichts mehr. Wetzlar machte minutenlang kein einziges Tor und Hannover ging wieder in Führung – konnte sich sogar absetzen. Es wurden packende letzte Spielminuten. Knapp 30 Sekunden vor Schluss gelangte Wetzlar beim Stand von 25:24, aus Sicht von Hannover, in Ballbesitz und setzte zum Tempogegenstoß an. Mit einem sagenhaften Sprung konnte TSV-Kapitän Lars Lehnhoff den Ball an der Mittellinie fangen und den Sieg damit endgültig besiegeln.

Die Halle

Swiss Life Hall

Inzwischen war ich schon häufiger in der Swiss Life Hall in Hannover, die mitten im Sportpark am Maschsee liegt. Keine Schlechte Umgebung, um sich vor oder nach einem Spiel noch die Zeit zu vertreiben.

Die Halle selbst gehört nicht wirklich zu meinen Favoriten in der Handballbundesliga. Sie ist schon etwas in die Jahre gekommen, es gibt keine Stehplätze und die Stühle sind unglaublich unbequem. Ich habe anscheinend genau die falsche Körpergröße für die Holzklappstühle. Da war jeder Hörsaal während meines Studiums besser.

Negativ ist auch die Akustik in der Halle. Der Krach kommt allerdings nicht nur von den Klatschpappen, sondern die Lautsprecher werden für meine Ohren immer viel zu laut aufgedreht. Ich war also sehr froh über meinen Hörschutz.

Schön allerdings ist, dass man überall in der Halle einen tollen Blick auf das Spielfeld hat. Im Unterrang sitzt man wirklich direkt an den Banden und ist dadurch hautnah dabei.

Insgesamt passen in die Halle 4.416 Zuschauer. Mit 2.915 Zuschauern war sie am Samstag also eher schwach besetzt.

Die Fans

Swiss Life Hall

In Hannover hat sich unheimlich viel getan. In der vergangenen Saison war ich gleich zwei Mal in der Halle und damals war es noch leerer. Und auch im Fan-Block sind inzwischen deutlich mehr Menschen zu sehen, was man auch anhand der Stimmung merkt.

Noch deutlich mehr als in anderen Handballhallen der Republik habe ich in Hannover übrigens immer das Gefühl, dass die Handballspiele dort als Familienausflug genutzt werden. So sieht man unheimlich viele Kinder in der Halle.

Die Hannover-Fans zeichnen sich aus meiner Sicht vor allem durch ihre Freundlichkeit und Fairness aus. Im vergangenen Jahr stand ich in Hannover relativ alleine zwischen lauter Hannover Fans, mit denen ich lustige 60 Minuten erlebte. Von daher ist es auch völlig richtig, dass es zwischen Wetzlar und Hannover schon seit einiger Zeit eine Fan-Freundschaft gibt. An unsere wirklich guten Sitzplätze sind wir dieses Mal übrigens auch durch den Fanclub der Hannoveraner gekommen, die uns von ihren Rabatten profitieren ließen. Man merkt, dem Verein sind die engagierten Fans wirklich wichtig. Kartenrabatte für Dauerkarteninhaber und andere Vergünstigungen sind keine Selbstverständlichkeit in der Handballbundesliga.

Die „Stadionwurst“

Ich war vor, während und nach dem Spiel irgendwie so in Gespräche verwickelt, dass ich überhaupt nicht dazu kam, etwas zu essen. Von daher wird Hannover in meiner kulinarischen Wertung leider nicht berücksichtigt. Dafür gewinnt der Verein aber einen Sozialbonus, da mich nach dem Spiel gleich zwei Leute ansprachen, die ich bislang nur über Twitter kannte.

„2. Liga, keiner weiß warum!“

VfL Osnabrück

„2. Liga, keiner weiß warum!“ So schallte es am Samstagmittag immer wieder von den Rängen der Osnatel-Arena. Und in der Tat präsentierten sich die Gäste aus Heidenheim – deren Aufstieg in die zweite Liga bereits feststeht – nicht in Topform.

Das Spiel

VfL Osnabrück

Für den VfL Osnabrück war das 1:0 (0:) ein Sieg mit sehr hohem symbolischem Wert. Denn mit dem Sieg gegen den Liga-Spitzenreiter 1. FC Heidenheim hat man auch im letzten Heimspiel der Saison die weiße Weste behalten und ist daheim ungeschlagen geblieben.

Von Anfang an machten die Osnabrücker deutlich, dass sie den Sieg unbedingt wollten und begannen deshalb direkt sehr offensiv. Es war immer wieder Daniel Nagy der den Weg zum Tor suchte und mehrfach knapp scheiterte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte war langsam mehr von Heidenheim zu sehen.

Nach der Pause allerdings sah man wieder hauptsächlich die Osnabrücker in Ballbesitz. Und so fiel in der 65. Minute das 1:0 durch Alexander Dercho, der von der Strafraumgrenze in den rechten Winkel traf. Kurz vor Schluss lag sogar noch das 2:0 in der Luft, aber es blieb auch so beim verdienten Sieg für Osnabrück.

Das Stadion

osnatel Arena

osnatel Arena

Das Stadion in Osnabrück kann bereits auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. 1931 errichtet, wurde es im zweiten Weltkrieg zerstört und anschließend im Eiltempo wieder aufgebaut.

Ursprünglich war es nach einer nahegelegenen Eisenbahnbrücke benannt und wird in Osnabrück deshalb noch immer „Bremer Brücke“ genannt.

Über 16.600 Zuschauer finden in dem Stadion Platz. Am Samstag waren es 9.560 Zuschauer, die den Weg ins dorthin gefunden hatten.

Bemerkenswert ist, dass alle Plätze überdacht sind, also auch die günstigen Stehplätze. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Das Stadion selbst liegt quasi mitten in der Stadt in einem Wohngebiet. Und so beobachtete ich nach dem Spiel auch etliche Fans, die direkt vom Stadion aus nach Hause gehen konnten.

Die Fans

VfL Osnabrück

Als Handballfan erschreckt es mich immer wieder bei Fußballspielen schon vor dem Stadion von einem Aufgebot der Polizei empfangen zu werden. Auch in Osnabrück waren die vielen Einsatzteams sicherlich nicht ohne Grund vor Ort. Von Gewaltbereitschaft habe ich beim meinem Besuch allerdings nichts mitbekommen. Vielmehr von der stimmgewaltigen Ostkurve. Die für eine tolle Atmosphäre sorgten und mich erahnen ließ, warum immer wieder vom „Hexenkessel Bremer Brücke“ geschrieben wird.

Die tolle Stimmung wurde für mich nur dadurch getrübt, dass auch in Osnabrück einige der Gesänge angestimmt wurden, die – aus meiner Sicht – nicht sein müssen. „Alles außer Osnabrück ist scheiße“ (einer der harmloseren Gesänge) jedenfalls ist alles andere als eine gute Werbung. Wenn ich da an meine bisherigen Stationen auf meine Tour denke, bin ich wirklich verwundert. In Saarlouis ging es für beide Vereine um den Verbleib in der Liga und trotzdem sah ich an dem Abend lediglich zwei Polizisten und beide Fan-Lager trafen sich nach dem Spiel bei einem Bier. Trotz der Konkurrenz und der aufgeheizten Stimmung während des Spiels.

Abgesehen vom komplett gefüllten Fanblock, war das Publikum bunt gemischt. Rund um meinen Platz waren es vor allem Väter mit ihren Söhnen und Männer im Rentenalter.

Die „Stadionwurst“

VfL Osnabrück

Für einen Moment dachte ich, die beste Bratwurst in Osnabrück gefunden zu haben. Für 2,50 Euro gab es sogar ein ordentliches Brötchen. Denn aus meiner Sicht wird häufig sträflich vernachlässigt, dass zu einer Bratwurst auch ein gutes Brötchen gehört. Etwas enttäuscht war ich dann allerdings von der Bratwurst, die irgendwie ein wenig mehr Geschmack hätte haben können. Von daher gibt es an dieser Stelle die Note 2 von mir.

Eine Fahrt mit Hindernissen

Fahrgastrechte-Formular

Vor meiner nächsten Station, dem Fußballspiel in Osnabrück, stand zunächst die Anreise von Mannheim auf dem Programm. Und diese stellte sich alles andere als unkompliziert heraus. Schon in Mannheim musste ich den Weg vom Hotel zum Bahnhof zu Fuß zurücklegen, da die Straßenbahn verspätet war.
Zu meiner Freude fuhr der ICE dann immerhin pünktlich ab und war erstaunlich leer.

Von den Verzögerungen im Betriebsablauf bekam ich allerdings erst hinter Essen mit. Der ICE in Dortmund konnte die vier Minuten natürlich nicht mehr warten und so hing ich dort erst einmal fest. Und das ausgerechnet vor einem Spiel von Borussia Dortmund. Noch am Bahngleis wurden alle Fahrgäste von einer Polizeihundertschaft empfangen.

Zu allem Überfluss hatte der nächste Anschlusszug – eine Stunde später – nun auch noch Verspätung. Die Wartezeit nutzte ich deshalb, um ein Fahrgastrechteformular auszufüllen. Zu dem Thema habe ich hier schon mal etwas geschrieben. Aber am Samstag wurden mir genug Gründe gegeben, um auf meine Entschädigung zu pochen. Mit fast 1 1/2 Stunden Verspätung bin ich letztendlich in Osnabrück angekommen, weshalb ich den Weg zum Stadion mit dem Taxi zurücklegte, da ich sowieso schon zu spät war. Der Taxifahrer jedenfalls erkundigte sich ernsthaft schockiert, warum man tatsächlich für ein Fußballspiel von Mannheim nach Osnabrück fährt und verabschiedete mich dann mit der eindringlichen Warnung, dass ich mich bloß von Hooligans fernhalten solle.

Kreuzbahnhof Osnabrück

Osnabrück Hauptbahnhof

Auf meiner Reise bin ich gestern am Hauptbahnhof in Osnabrück vorbei gekommen. Ein Bahnhof über den ich schon viel gelesen habe. Er ist nämlich der einzige Kreuzbahnhof in Niedersachsen. Das heißt die Gleise verlaufen auf zwei Ebenen und kreuzen sich dadurch. Deshalb spricht man auch von einem Turmbahnhof.

Bei Wikipedia erfährt man außerdem:

„Er wurde 1895 als derzeit einziger in Niedersachsen noch existierender Turmbahnhof in zwei Ebenen konzipiert und dient als Knotenpunkt für den Fern- und Regionalverkehr, der täglich von mehr als 16.000 Reisenden genutzt wird.“

Nächster Halt Osnabrück

VfL Osnabrück - 1. FC Heidenheim
Bildquelle: VfL Osnabrück
Gerade sitze ich im ICE nach Dortmund. Irgendwie hatte ich bei meiner Planung übersehen, dass heute Borussia Dortmund daheim spielt. Und so wurde ich schon in Mannheim am Bahnhof von einer Fan-Delegation des BVB begrüßt.

Auch für mich geht es heute ins Fußball-Stadion. Allerdings nicht in den Signal-Iduna-Park, sondern in die Osnatel-Arena in Osnabrück. Die Spiele der dritten Liga fangen zum Glück bereits um 13:30 Uhr an, was gut in meinen Zeitplan passt.

In Osnabrück kommt es heute auf jeden Fall zur Begegnung zwischen dem VfL Osnabrück und dem 1. FC Heidenheim. Mit 76 Punkten steht Heidenheim nach einer sehr erfolgreichen Saison bereits als Aufsteiger in die zweite Liga fest. Der VfL befindet sich derweil auf Platz 5, wird heute aber alles geben um zu gewinnen. Denn in dieser Saison ist Osnabrück daheim bislang ungeschlagen. Diesen Lauf will man im letzten Heimspiel der Saison sicherlich nicht beenden.

In der Pressemitteilung des Vereins heißt es außerdem:

„Drei Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen: die Matchbilanz spricht knapp für den VfL, der sich mit Heidenheim einige hochgradig interessante Duelle lieferte. Besonders spannend war es gleich beim ersten Aufeinandertreffen am 5. September 2009. Andreas Spann und Christian Essig hatten die Gäste früh in Führung gebracht. Nach einer knappen Stunde gelang Henrich Bencik der Anschlusstreffer, in der 81. Minute traf Dennis Schmidt zum Ausgleich. Mit dem Schlusspfiff unterlief dem heutigen Osnabrücker Florian Krebs ein unglückliches Eigentor, das dem VfL den vierten Sieg in der Aufstiegssaison 2009/10 bescherte.“

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